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HomeNachrichten aus JapanPolitikJapans Premierminister verteidigt Staatsbegräbnis für Shinzo Abe

Ausdruck der Wertschätzung für Abe

Japans Premierminister verteidigt Staatsbegräbnis für Shinzo Abe

Japans Premierminister Fumio Kishida verteidigte im Parlament die Entscheidung, ein Staatsbegräbnis für Shinzō Abe abzuhalten, der Anfang Juli einem Attentat zum Opfer fiel.

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„Um das Beileid der ganzen Nation zu bekunden, muss die Regierung das Begräbnis abhalten“, so Kishida in seiner Stellungsnahme. „Die Regierung hat beschlossen, die Zeremonie abzuhalten, um die Wertschätzung für Abe zum Ausdruck zu bringen, angesichts der rund 1.700 Beileidsbekundungen aus mehr als 260 Ländern.“

Große Kritik am Staatsbegräbnis

Das Staatsbegräbnis steht unter Kritik, nicht zuletzt, weil die Kosten immer weiter steigen. Zudem gehört Shinzō Abe zu den umstrittensten Politikern Japans. Mehrere Bürgerinitiativen haben vor Gericht Klage eingereicht, Demonstrationen organisiert und Petitionen gestartet.

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Einige Oppositionsparteien haben Abes nationalistische Ansichten über Geschichte und Sicherheit kritisiert, und die Kommunistische Partei Japans erklärte, sie werde das Begräbnis boykottieren, da es ihrer Meinung nach verfassungswidrig sei.

In der Sitzung des Parlaments kritisierte Kenta Izumi, Vorsitzender der oppositionellen Demokratischen Verfassungspartei Japans, die Entscheidung Kishidas, die Veranstaltung ohne Konsultation des Parlaments durchzuführen und Abe eine Sonderbehandlung zukommen zu lassen.

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Laut des japanischen Premierministers werden an dem Staatsbegräbnis unter anderem US-Vizepräsidentin Kamala Harris, der kanadische Premierminister Justin Trudeau, der indische Premierminister Narendra Modi, der australische Premierminister Anthony Albanese, der Singapur-Premierminister Lee Hsien Loong, der vietnamesische Präsident Nguyen Xuan Phuc und der Präsident des Europäischen Rates Charles Michel, teilnehmen.

Nach Shigeru Yoshida, der 1952 den Friedensvertrag von San Francisco unterzeichnete, der Japan die Wiedererlangung seiner Souveränität ermöglichte, wird Abes Staatsbegräbnis das zweite für einen ehemaligen Premierminister in der Nachkriegszeit sein.

LDP-Mitglieder sollen Verbindung zur Vereinigungskirche abbrechen

Während der Sitzung ging Kishida auch auf die Beziehungen zwischen Mitgliedern seiner Partei und der Vereinigungskirche ein, die seit dem Attentat Abes in den Fokus geraten ist.

Der japanische Premierminister hatte bereits die Mitglieder seiner Partei aufgefordert, die Verbindungen abzubrechen. Er bestritt jedoch, dass er die Auflösung der Sekte vorantreiben wolle und betonte, dass die Regierung bereits Maßnahmen ergriffen habe, darunter die Einrichtung eines Beratungszentrums für die Opfer der Sekte.

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