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Wiedereröffnung der Schulen soll noch einmal diskutiert werden

Japans Premierminister warnt vor einer schnellen Ausbreitung des Coronavirus im Land

Japans Premierminister Shinzo Abe warnte die Nation am Samstag vor der Überlastung ihrer Krankenhäuser und einer explodierenden Zahl von Todesopfern, wenn das Coronavirus außer Kontrolle gerät.

Abe versprach allerdings auch, ein noch größeres wirtschaftliches Hilfspaket zu schnüren als das, was während der globalen Finanzkrise 2008 zur Unterstützung der Wirtschaft eingesetzt wurde.

Infektionswege in vielen Fällen nicht mehr nachvollziehbar

In seiner dritten offiziellen Coronavirus-Pressekonferenz stellte Abe aus dem Büro des Premierministers fest, dass die Fälle mit nicht nachvollziehbaren Infektionswegen vor allem in Städten wie Tokyo und Osaka zunehmen. Allerdings befindet sich Japan noch nicht in einer Notsituation.

„Wenn eine Kette unkontrollierbarer Infektionen auftritt, könnte die Infektionsrate explodieren“, sagte Abe und fügte hinzu, dass die Zahl der Fälle in nur zwei Wochen um mehr als das 30-fache ansteigen könnte.

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„Im Gegensatz zu Europa und den Vereinigten Staaten hält Japan kaum noch stand. Wenn wir jedoch unsere Wachsamkeit auch nur ein wenig lockern, wäre es nicht überraschend, wenn sich die Infektionen jeden Moment plötzlich ausbreiten würden“, sagte Abe. „Die Menschen müssen wissen, dass dies ein langer Kampf sein wird.“

Der Ton des Premierministers war am Samstag angesichts des landesweiten starken Anstiegs der COVID-19-Fälle bemerkenswert anders. Mehr als 60 Personen wurden allein am Samstag in Tokyo positiv auf die Krankheit getestet, was den bisher größten eintägigen Anstieg darstellt.

Japans Regierung gibt Rekordhaushalt frei

Die Pressekonferenz fand einen Tag nach der Freigabe eines Rekordbudgets von 102,66 Billionen Yen für das Geschäftsjahr 2020 durch die Diät statt. Die japanische Regierung arbeitet nun an der Aufstellung eines Nachtragshaushalts zur Finanzierung weiterer wirtschaftlicher Maßnahmen, die Abe in etwa 10 Tagen zu realisieren versprach.

„Wir werden ein noch nie dagewesenes Niveau an wirtschaftlichen Maßnahmen zusammenstellen, das über das Niveau der Lehman-Brothers-Krise hinausgeht“, sagte Abe und bezog sich dabei auf eine der beiden großen US-Investmentbanken, die während des Zusammenbruchs der US-Immobilienblase gescheitert sind. Im Zuge der Finanzkrise von 2008 schnürte die Regierung ein Konjunkturpaket von etwa 56 Billionen Yen, darunter etwa 15 Billionen Yen an fiskalischen Maßnahmen.

Das Coronavirus-Paket wird Barauszahlungen an Haushalte und die Ausweitung zinsfreier, nicht besicherter Kredite an kleine und mittlere Unternehmen umfassen. Der Premierminister deutete auch zusätzliche Maßnahmen nach dem Ende der Pandemie an, die die am stärksten von den Auswirkungen des Coronavirus betroffenen Branchen, insbesondere den Tourismus und das Gaststättengewerbe, ankurbeln sollen.

Öffnungen der Schulen soll noch einmal beraten werden

Abe sagte, die Regierung werde nächste Woche eine Expertengruppe für Infektionskrankheiten einberufen, um zu entscheiden, ob es angemessen sei, die Schulen des Landes wieder zu öffnen.

Das Bildungsministerium hat in der vergangenen Woche eine Richtlinie für Schulen veröffentlicht, in der die Lehrer aufgefordert werden, Maßnahmen wie das Öffnen von Fenstern zur Verbesserung der Belüftung der Klassenzimmer zu ergreifen. Abe sagte jedoch, die Situation entwickle sich in einem rasanten Tempo und die Regierung müsse entsprechend reagieren.

Die Regierung hat vor Kurzem die Grundlagen für die Ausrufung des nationalen Ausnahmezustands geschaffen und eine spezielle Task Force eingerichtet. Abe drängte die Öffentlichkeit dazu, sich an die Aufforderung ihrer Führer zu halten und zu Hause zu bleiben,  mit Ausnahme der wesentlichen Aufgaben, um eine Sperrsituation zu vermeiden.

MA

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