Stats

Anzeige
Home News Politik Japans Premierminister will Auslandstourismus wiederbeleben

Japans Premierminister will Auslandstourismus wiederbeleben

Japans Premierminister Yoshihide Suga versprach am Freitag in einer Rede bei der Nachrichtenagentur Kyodo, dass er am Ziel der Regierung, bis 2030 60 Millionen ausländische Touristen ins Land zu locken, festhalten und darauf hinarbeiten will.

„Ich hoffe, den Einreisetourismus wieder anzukurbeln, indem wir diese Pandemie irgendwie überleben“, so Suga. „Wenn wir keine ausgewogenen Maßnahmen gegen die Infektionen und die Wirtschaft ergreifen, wird Japan selbst nicht in der Lage sein, mitzuhalten.“

Premierminister stellt Ziele für seine Arbeit vor

Steigende Touristenzahlen sind ein wichtiger Teil von Japans Wachstum gewesen, durch die Pandemie ist der Tourismus in Japan allerdings fast völlig zusammengebrochen.

Lesen Sie auch:
140.000 Menschen unterzeichnen Petition gegen Sugas Entscheidung, Wissenschaftler abzulehnen

Die Regierung versucht die Nachfrage nach Inlandsreisen durch die Subventionskampagne „Go To Travel“ zu steigern, ein Plan, der allerdings nicht so gut verläuft, wie erhofft.

Neben dem Tourismus will der japanische Premierminister auch daran arbeiten, den Export japanischer Agrarprodukte zu erleichtern und das Einkommen außerhalb der Ballungsgebiete erhöhen.

Seine Aufgabe sei es, ein Umfeld zu schaffen, in dem sich die Menschen bei der Rückkehr in ihr normales Leben sicher fühlten, so Suga. Der Premierminister plant, Japans Kapazität für Coronavirus-Tests auf durchschnittlich 200.000 pro Tag zu erhöhen, was dem Niveau der im Land durchgeführten saisonalen Grippetests entspreche.

Er bekräftigte auch seine Entschlossenheit, im kommenden Sommer die Olympischen und Paralympischen Spiele in Tokyo auszurichten, und sagte, er wolle das internationale Großereignis als Beweis dafür, dass die Menschheit das Virus besiegt hat, durchführen.

Seit seinem Amtsantritt Mitte September will Suga einige bürokratischen Hürden beseitigen und eine digitale Agentur zur Förderung der Digitalisierung von Regierungsfunktionen einrichten.

„Ich versuche, die Digitalisierung voranzutreiben und sie zu einem wichtigen Wendepunkt für unsere Gesellschaft zu machen“, sagte Suga in seiner Rede und fügte hinzu, er werde Verwaltungsreformen durchführen, sodass die Menschen nicht mehr in ein Regierungsbüro gehen müssen, um ein Verfahren abzuschließen.

Zu seinen bisherigen Reformplänen gehören die Senkung der Mobiltelefonrechnungen und die Ausweitung des öffentlichen Versicherungsschutzes auf die Fruchtbarkeitsbehandlung. Außerdem will der japanische Premierminister ein Kabinett schaffen, dass für das Volk arbeitet.

Yukio Edano, Chef der wichtigsten Oppositionspartei, der Constitutional Democratic Party of Japan, sagte in einer eigenen Rede bei Kyodo,  Suga habe es bisher versäumt, seine Vision für das Land darzulegen und seine Politik sei eine Reihe unverbundener, einmaliger Versprechen.

„Es ist unklar, wie Suga versucht, das zukünftige Bild unserer Gesellschaft darzustellen“, so Edano.

Suga bereits in der Kritik

Das positive öffentliche Bild von Sugas Kabinett wurde kürzlich durch eine Kontroverse über seine Ablehnung einiger für den Wissenschaftsrat Japans nominierter Akademiker überschattet, ein Beratungsgremium, das die japanische Wissenschaftsgemeinschaft repräsentiert und unabhängig von der Regierung Empfehlungen ausspricht.

Suga, der für seine Härte gegenüber Menschen bekannt ist, die gegen die Regierungspolitik protestieren, ist unter Beschuss geraten, weil er die Nominierung von sechs Wissenschaftlern ablehnte, die sich unter seinem Vorgänger Shinzo Abe offen gegen die Sicherheitsgesetzgebung und andere Politiken ausgesprochen hatten.

Suga erhielt ein schriftliches Ersuchen des Ratsvorsitzenden Takaaki Kajita um eine klare Erklärung. Der Premierminister gab jedoch bei einem Treffen mit Kajita keine Gründe für seine Entscheidung an.

Edano sagte, es fehle Sugas Kabinett an Respekt vor Gelehrten, und die umstrittene Entscheidung unterstreiche seine Neigung, auf andere herabzusehen.

Anzeige
Anzeige

Das könnte sie auch interessieren