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Wegen Sugas autoritären Führungsstils

Japans Premierminister wird mittlerweile mit Stalin verglichen

Japans Premierminister Suga hat in seiner langen Karriere als Politiker bereits einige Fettnäpfchen mitgenommen. Auch als Premierminister hat der erste Skandal nicht lange auf sich warten lassen.

Das führte nun dazu, dass er den Spitznamen „Sugalin“ bekommen hat, eine Anspielung auf Stalin, denn immer öfters wird das autoritäre Auftreten des japanischen Regierungschefs mit dem des ehemaligen Diktators der Sowjetunion verglichen.

Japans Premierminister ist sehr autoritär

Während seiner Amtszeit als Kabinettschef entfernte Suga einen Beamten des Ministeriums für Innere Angelegenheiten und Kommunikation von einem wichtigen Posten, nachdem er Einwände gegen die Ausweitung des von Suga stark geförderten Systems der Heimatstadt-Steuerspende geäußert hatte. Mit diesem System können Steuerzahler landesweit Spenden an lokale Verwaltungen ihrer Wahl leisten.

Mehr zum Thema:  Coronavirus und Skandale sorgen für sinkende Unterstützung für Suga

In Bezug auf Beamte, die mit den Entscheidungen der Regierung nicht einverstanden sind, hat Suga klar gesagt, dass er sie versetzen lassen wird.

Die Weigerung von Premierminister Suga, sechs Wissenschaftler, die als neue Mitglieder für den Wissenschaftsrat Japans nominiert wurden, zu ernennen, ist ebenfalls ein kontroverses Thema. Was seine Herangehensweise an die Politik anbelangt, so wird Suga nachgesagt, dass er eher der Typ ist, der Dinge im Alleingang entscheidet, anstatt Entscheidungen in Absprache mit anderen zu treffen.

„Sugalin“ taucht immer öfters in den sozialen Medien auf

Letztes Jahr stellte sich Suga in einer Online-Sendung scherzhaft als „Gasu“ vor – ein humorvoll gemeinter Spitzname, der in den sozialen Medien Verwendung fand.

Mittlerweile wird Japans Premierminister aber immer öfters als „Sugalin“ bezeichnet. Zusätzlich zu Sugas Image als autoritäre Figur, die das Personal zu seinem Vorteil einsetzt, wurde ein LDP-Plakat erstellt, das Suga vor einem roten Hintergrund mit dem Slogan „Arbeitet für das japanische Volk“ zeigt. Das ähnelt Bildern von Stalin mit der roten sowjetischen Flagge im Hintergrund.

Es gab zahlreiche Beiträge auf Twitter mit dem Hashtag „Sugalin“. Aussagen wie „Er sorgt dafür, dass diejenigen, die Einwände erheben, gründlich unterdrückt, behindert und eliminiert werden“ und „Die Beamten, die ihm dienen, sind alle Ja-Sager“, tauchen seit Dezember immer wieder auf.

Der Kolumnist Takashi Odajima sagte dazu: „Da Suga oft die Methode anwendet, Beamte durch die Verwaltung des Personals zu bändigen, hat er einen diktatorischen Eindruck erweckt. Dies überschneidet sich wahrscheinlich mit dem Bild von Stalin.“ Laut Odajima wurden Begriffe, die sich auf Stalin beziehen, ursprünglich unter den Linken als Beleidigung verwendet.

Der Kolumnist glaubt, dass die sich verändernde Natur der LDP hinter dem Spitznamen steckt, und sagte: „Früher gab es Spannungen innerhalb der LDP, da sich die verschiedenen Fraktionen gegenseitig zu Verbesserungen drängten. Im Moment jedoch ist die führende Fraktion überwältigend mächtig und hat Figuren aus anderen Fraktionen wie den ehemaligen LDP-Generalsekretär Shigeru Ishiba beiseite geschoben. Vielleicht wird die Regierung auf die gleiche Weise betrachtet wie die Einparteiendiktatur der ehemaligen Sowjetunion.“

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