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Investition in den Mensch

Japans Regierung fordert Unternehmen zu Lohnerhöhungen auf

Japans Regierung hat am Freitag Unternehmen zu Lohnerhöhungen in Höhe der aktuellen Preissteigerung aufgefordert.

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Im Jahresbericht über die Wirtschaft und die öffentlichen Finanzen heißt es, dass eine solche Wirtschaft das Land vor dem Abgleiten in eine Stagflation bewahren wird.

Bericht der Regierung unterstreicht die Notwendigkeit, zu einem neuen System überzugehen

Es ist der erste Bericht dieser Art, das unter dem japanischen Premierminister Fumio Kishida verfasst wurde, der einen neuen Kapitalismus versprochen hat. Der neue Kapitalismus soll sich durch einen positiven Kreislauf von Wachstum und Umverteilung auszeichnen, der durch Investitionen in Menschen angetrieben wird. Bisher klingt der Plan allerdings wie die „Abenomics“.

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Der Bericht unterstreicht die Notwendigkeit, zu einem neuen System überzugehen, das nachhaltige und stabile Preissteigerungen von etwa 2 Prozent und entsprechende Lohnzuwachsraten aufweist.

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„Angesichts der Tatsache, dass sich die Wirtschaft weiterhin erholt und die Preissteigerungsrate nicht signifikant hoch ist, befindet sich Japan nicht in einer sogenannten Stagflation, die ein langsames Wachstum und eine hohe Inflation bei gleichzeitig hoher Erwerbslosigkeit beinhaltet“, heißt es im Dokument.

Japans Preissteigerung ist in erster Linie auf die steigenden Importpreise zurückzuführen, die durch die Rohölpreise angetrieben werden.

Nominallöhne müssen im Einklang der Preissteigerung wachsen

Ein Sprecher der Regierung sagte auf einer Pressekonferenz: „Japan hat die lang anhaltende Deflation noch nicht vollständig überwunden.“

„Um das Land aus der Deflation herauszuholen, ist es von entscheidender Bedeutung, dass die Nominallöhne im Einklang mit den Preissteigerungen und dem Wachstum der Arbeitsproduktivität steigen“, heißt es in dem Bericht. Und weiter: „Doch seit 1997 ist die Steigerungsrate der Nominallöhne angesichts der Preissteigerungsrate nicht ausreichend.“

Damit wird sich auf die Zurückhaltung der Unternehmen berufen, die inmitten der anhaltenden Deflation ihre Geschäftstätigkeit ausweiten und die Löhne als Kosten und nicht als Investition ansehen.

In dem Bericht wird auch auf Probleme bei der Förderung der Bemühungen um Kohlenstoffneutralität in Japan hingewiesen, wobei Umweltmaßnahmen zum Wirtschaftswachstum beitragen können. Als Beispiel werden strengere Emissionsvorschriften angeführt, die in den 1970er-Jahren zu einer höheren Wettbewerbsfähigkeit der japanischen Automobilindustrie führten.

Außerdem heißt es, dass Japan eine verstärkte Nutzung der Kernenergie in Erwägung ziehen müsse, da so keine Treibhausgase ausgestoßen werden und die Preise für fossile Brennstoffe und Gas im Zuge der russischen Invasion der Ukraine weltweit in die Höhe geschnellt sind.

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