Anzeige
HomeNachrichten aus JapanPolitikJapans Regierung will Steuererleichterungen in Okinawa abschaffen

Finanzierung für die Entwicklung wird zusammengestrichen

Japans Regierung will Steuererleichterungen in Okinawa abschaffen

Seit 1972 gibt es in Okinawa Steuererleichterungen für Alkohol, der in der Präfektur hergestellt und verkauft wird. Damals wollte man damit Herstellern helfen, nachdem die Region von den USA wieder an Japan zurückgegeben wurde.

Anzeige

Die japanische Regierung plant nun, die reduzierten Steuersätze nach einem halben Jahrhundert, bis Mai 2032, abzuschaffen.

Kleine Hersteller sollen durch Wegfall nicht belastet werden

Die Awamori-Hersteller werden nach dem Umfang ihrer jährlichen Lieferungen innerhalb der Präfektur  in drei Gruppen eingeteilt, und die Senkung des ermäßigten Steuersatzes wird so vorgenommen, dass die kleineren Hersteller nicht belastet werden.

LESEN SIE AUCH:  Japans Oberster Gerichtshof lehnt Okinawas Klagen gegen Verlegung von Militärbasis ab

Für andere alkoholische Getränke, einschließlich Bier, die in der Präfektur Okinawa hergestellt werden, plant die Regierung, die Steuererleichterung bis Oktober 2026 vollständig abzuschaffen. Damit werden landesweit einheitliche Steuersätze für die verschiedenen Bierkategorien eingeführt.

Derzeit gelten die Steuererleichterungen für alkoholische Getränke, die von 48 Unternehmen in Okinawa  hergestellt und innerhalb der Präfektur ausgeliefert werden.

Anzeige

Der Alkoholsteuersatz für Awamori ist in Okinawa 35 Prozent niedriger als die Abgaben auf dem japanischen Festland, der Steuersatz für Bier und andere alkoholische Getränke in der Präfektur 20 Prozent niedriger ist.

Das Versandvolumen von Awamori durch die Hersteller ist bis 2020 in 16 aufeinanderfolgenden Jahren zurückgegangen. Die Menge beträgt mittlerweile weniger als die Hälfte der Menge von 2004.

Die Awamori-Industrie der Präfektur forderte in diesem Sommer eine schrittweise Beendigung der Maßnahme, da sie befürchtete, dass ein abruptes Ende der Steuererleichterung einige Erzeuger zur Aufgabe ihres Geschäfts zwingen würde.

Regierung streicht Entwicklungshilfen für die Präfektur Okinawa zusammen

Neben der Abschaffung der Steuererleichterung hat die Regierung das Budget für die Entwicklung der Region zusammengestrichen. Das Budget wird im Haushaltsjahr 2022 zum ersten Mal weniger als 300 Milliarden Yen (ca. 2,3 Milliarden Euro) betragen.

Ein Grund dafür könnte der harte Widerstand in der Präfektur gegen eine Verlegung eines US-Luftwaffenstützpunktes sein, der bereits seit geraumer zwei für Streit zwischen der Regierung und der Präfekturverwaltung sorgt.

Zwar gibt es einige Stützpunkte des US-Militärs auf der Insel, allerdings sind immer mehr Menschen wüten über den Lärm, Verbrechen und Unfälle.

Anzeige
Anzeige