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Steuerlöcher stopfen

Japans Regierungskoalition will Kapitalertragssteuer überarbeiten

Japans Regierungskoalition will die Kapitalertragssteuer überarbeiten, dabei will sie allerdings vermeiden, Investoren abzuschrecken.

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Laut eines Dokuments, das der Nachrichtenagentur Bloomberg vorliegt, soll die Möglichkeit für Menschen mit hohem Einkommen einen niedrigen Steuersatz zahlen zu müssen, abgeschafft werden, um so mehr Steuergerechtigkeit zu schaffen.

Änderung der Kapitalertragssteuer kommt erst in ein bis zwei Jahren

Dazu heißt es im Dokument: „Wir werden in vollem Umfang berücksichtigen, dass das Umfeld für normale Investoren nicht geschädigt werden darf, und wir werden die Frage auf der Grundlage der Systeme in anderen Ländern und der Auswirkungen auf die Märkte prüfen.“

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Japans Premierminister hatte die Überarbeitung der Kapitalertragssteuer ursprünglich abgelehnt, da der Vorschlag mit sinkenden Aktienkursen am Markt aufgenommen wurde. Da er aber das Wohlstandsgefälle in der japanischen Bevölkerung bekämpfen will, brachte er die Idee am Mittwoch wieder auf den Tisch.

Trotzdem wird die Änderung noch nicht in der kommenden Steuerreform aufgenommen, die im April in Kraft tritt, da die Regierung andere Themen Vorrang einräumt.

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Der derzeitige pauschale Steuersatz von 20 Prozent wird von Kritikern als zu niedrig angesehen und begünstigt reiche Menschen.

Laut Yoichi Miyazawa, dem Leiter des Steuerausschusses der LDP, soll eine Überarbeitung im nächsten oder übernächsten Jahr kommen.

Weitere Änderungen für April geplant

Neben der Überarbeitung der Kapitalertragssteuer hat sich die Regierungskoalition auch eine einheitliche Besteuerung von Einkünften aus dem Derivatehandel auf der Grundlage der Ergebnisse der Beratungen über die Verhinderung von vorsätzlicher Steuervermeidung, geeinigt.

Große Unternehmen sollen ab April bis zu 30 Prozent Steuernachlass bekommen, wenn sie die Löhne anheben, kleine Unternehmen bis zu 40 Prozent.

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Zudem ist eine Verschärfung des Systems zur Aussetzung der Inanspruchnahme steuerlicher Sondermaßnahmen durch Unternehmen, die bei Investitionen oder Lohnerhöhungen besonders zurückhaltend sind, selbst wenn die Gewinne steigen, geplant.

Und die Steuerermäßigungen für Hypothekarkredite sollen um vier Jahre verlängert werden. Allerdings sollen sie von bisher 1 Prozent auf 0,7 Prozent gesenkt werden. Außerdem sollen die steuerlichen Anreize für die Einführung von 5G überarbeitet und verlängert werden.

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