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Home News Politik Japans Umweltminister Koizumi sorgt mit „sexy“-Kommentar nachträglich für Wirbel

Ein Satz sprengte fast die gesamte Rede

Japans Umweltminister Koizumi sorgt mit „sexy“-Kommentar nachträglich für Wirbel

Am Vorabend eines Klimagipfels der Vereinten Nationen in New York sprach der frisch gebackene japanische Umweltminister Shinjiro Koizumi auf einer Pressekonferenz für ausländische Medien. Dabei betonte er das Engagement des Landes im Kampf gegen den Klimawandel und die Bedeutung der Mobilisierung der jungen Generation, wenn es um den Kohle-Ausstieg geht.

Diese Ansprache kam wenige Tage, nachdem Hunderttausende Demonstranten auf der ganzen Welt, darunter auch in fünf japanischen Städten, am Freitag an einem globalen Klima-Streik teilgenommen hatten. So drückten die Teilnehmer ihre Empörung über das Versagen der Regierungen, die Treibhausgasemissionen zu reduzieren, aus.

Sexy Umweltschutz für die junge Generation

Koizumi erklärte, man sei entschlossen, eine Gesellschaft frei von Kohle zu erreichen. Japan sei bereit, seinen Beitrag im Kampf gegen den Klimawandel zu leisten. Was bei der nationalen und internationalen Presse allerdings hängen blieb, war die Tatsache, dass Koizumi im Zusammenhang mit den Strategien des Landes von einer „sexy“ Darstellung der Klimaschutz-Maßnahmen redete.

Der Umweltminister sagte, es gebe viele Themen, die manchmal auch langweilig kommuniziert werden. Wenn es um ein wichtiges Thema wie den Klimawandel gehe, müsse die Kommunikation nach außen hin Spaß machen und vor allem cool und sexy rüberkommen.

Internationale Agenturen sprachen daraufhin in ihren Schlagzeilen davon, dass der japanische Umweltminister einen sexy Kampf gegen den Klimawandel führen wolle oder dass der neue japanische Minister Koizumi Maßnahmen gegen den Klimawandel sexy machen wolle.

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Japanische Klima-Aktivisten und Politiker der Opposition kritisierten den Kommentar später als unangebracht und äußerten sich frustriert über das fehlende politische Geschick Koizumis. Dieser eine Kommentar sorgte dafür, dass ein Großteil der Rede von ausländischen Medien nicht weiter wahrgenommen wurde.

Twitter-Video zeigt vollständige Rede Koizumis

Ein Video, das der japanische Nachrichtensender TBS via Twitter teilte, zeigt die vollständige Rede und stellte den Kommentar in einen entsprechenden Kontext. Koizumi spricht davon, dass die Bewältigung des Klima-Problems Spaß machen sollte. Durch eine coole und sexy Herangehensweise ginge es vor allem darum, die junge Generation anzusprechen, denn diese sei ein Schlüsselfaktor. Sie ließe sich am ehesten über Kampagnen mobilisieren, die Spaß machen.

Die ehemalige UN-Klimabeauftragte Christina Figueres, auf die sich Koizumi in seiner Rede bezieht, ist die Architektin des Pariser Klima-Abkommens aus dem Jahr 2015, bei dem es um die Eindämmung der globalen Erwärmung geht. Bereits 2012 sprach Figueres darüber, dass „Grün sexy werden muss“. Damals sprach sie vor allem die Vertreter des Handels an. Der neue japanische Umweltminister versuchte Figueres‘ Idee aufzunehmen, was ihm allerdings nur bedingt gelang.

Koizumi gab auf der Pressekonferenz keine weiteren Informationen, was spezifische politische Schritte oder Aktionen Japans angeht. Allerdings wären differenzierte Maßnahmen des neuen Ministers nach seiner Äußerung wahrscheinlich eh nicht weiter zur Kenntnis genommen worden. Für Koizumi entwickelte sich sein diplomatisches Debüt auf großer Bühne also zu einer kleinen Bruchlandung.

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