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Erstes Gespräch seit Dezember 2019

Japans und Südkoreas Staatschefs unterhalten sich zum ersten Mal

Japans Premierminister und der südkoreanische Präsident Yoon Suk Yeol haben sich im Dienstag in Madrid zum ersten Mal persönlich unterhalten.

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Das Gespräch fand am Rande eines Gipfeltreffens der NATO statt, an dem beide Staatsoberhäupter teilnehmen. Die Hoffnung, dass sich beide Länder wieder annähern, ist groß.

Japans Staatschef hofft auf bessere Beziehungen

Japans Premierminister sagte bei einem Abendessen mit dem südkoreanischen Präsidenten, zu dem der spanische König Felipe VI. eingeladen hatte, dass er hoffe, Yoon werde sich dafür einsetzen, dass die äußerst schwierigen Beziehungen zwischen den beiden Ländern wieder in einen gesunden Zustand versetzt werden.

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Das südkoreanische Präsidialamt teilte mit, das Gespräch habe drei bis vier Minuten gedauert und zitierte Yoon mit den Worten, er wolle nach den Oberhauswahlen in Japan die anstehenden Probleme beider Länder rasch lösen und zukunftsorientiert vorgehen.

Es war das erste Gespräch zwischen einem japanischen und südkoreanischen Staatschef seit Dezember 2019. Das Gespräch kommt allerdings zu einem heiklen Zeitpunkt, da die Oberhauswahlen am 10. Juli in Japan stattfinden.

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Kishida braucht die Unterstützung der konservativen Basis seiner Partei. Die ist allerdings der Meinung, dass Japan, angesichts des Streits über Entschädigungen im Zusammenhang mit Japans Kolonialherrschaft auf der koreanischen Halbinsel zwischen 1910 und 1945, nicht auf Südkorea zugehen sollte.

Viele Fragen müssen geklärt werden

Die Beziehungen beider Länder verschlechterten sich während der Amtszeit von Yoons Vorgänger Moon Jae In, nachdem der Oberste Gerichtshof Südkoreas 2018 zwei japanische Unternehmen dazu verurteilt hatte, koreanischen Klägern Schadenersatz für ihre Zwangsarbeit zu zahlen.

Die Unternehmen kamen den Anordnungen nicht nach, da die japanische Regierung die Auffassung vertritt, dass Entschädigungsfragen aus der Kriegszeit durch ein Abkommen aus dem Jahr 1965 geregelt seien, in dessen Rahmen Japan Südkorea Zuschüsse und Darlehen gewährte.

Im Vorfeld des NATO-Gipfels wurde bekannt, dass die südkoreanische Regierung ein öffentlich-privates Gremium von Beamten und Experten vorbereitet, das sich mit der Frage der Entschädigung von Zwangsarbeitern befassen soll.

Ein weiterer Streit über die Trostfrauen hat die diplomatischen Beziehungen ebenfalls belastet, da Tokyo Seoul weiterhin dazu drängt, eine Vereinbarung aus dem Jahr 2015 umzusetzen, die das Problem endgültig und unwiderruflich regelt.

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