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Buhlen um die Gunst von Abe

Kandidaten auf LDP-Vorsitz versuchen, Unterschiede in ihren Programmen aufzuzeigen

Viele Menschen in Japan wünschen sich eine Richtungsänderung in der Politik. Da die Wahlen zum LDP-Vorsitz anstehen, versuchen die Kandidaten, die Unterschiede in ihren Programmen hervorzuheben und gleichzeitig nicht zu stark von der politischen Richtung der Partei abzuweichen.

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Der Kandidat, der Vorsitzender der LDP wird, wird auch Japans neuer Premierminister, nachdem Yoshihide Suga seinen Rückzug angekündigt hat. Die Kandidaten sind allerdings in der schwierigen Situation, dass sie innerhalb der Partei Unterstützung sammeln müssen und Änderungen in der politischen Richtung nicht gerne gesehen werden.

Kandidaten umschmeicheln Shinzo Abe

Bisher gab es daher viel Kritik, denn die Programme haben sich eher an der politischen Richtung des ehemaligen Premierministers Shinzo Abe orientiert, da Abe immer noch großen Einfluss innerhalb der Partei und damit auf die Wahlen zum LDP-Vorsitz hat.

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Fumiko Kishida, dem gute Chancen bei der Wahl des Vorsitzenden eingeräumt werden, propagiert eine Politik, die als harte Linie gegenüber China verstanden werden könnte, weil er die Konservativen in der Partei, einschließlich der 96-köpfigen Hosoda-Fraktion, ansprechen will.

Indem er zeigt, dass er in die Fußstapfen der „Abe-Diplomatie“ treten wird, versucht Kishida, die Gunst des ehemaligen Premierministers Shinzo Abe zu gewinnen, der in der Hosoda-Fraktion sehr einflussreich ist.

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Da Kishida mit seinem Vorgehen jedoch von den üblichen dovishen Traditionen der Fraktion abweicht, haben mehrere LDP-Mitglieder die Ansicht geäußert, Kishida verhalte sich wie eine Marionette von Abe.

Takaichi wird die breite Masse nicht erreichen

Sanae Takaichi machte von Anfang an kein Geheimnis daraus, dass sie den Kurs von Abe weiterführen will, was ihr die direkte Unterstützung des ehemaligen Premierministers einbrachte.

In einer Sendung von Fuji TV am 12. September betonte Takaichi allerdings ihre Rolle bei der Ausweitung der Verwendung von Vornamen vor der Heirat in der Gesellschaft.

Auf die Frage, ob sie den Yasukuni-Schrein besuchen würde, wenn sie den LDP-Vorsitz gewinnen würde, sagte sie: „Der Zweck des Besuchs ist es, denjenigen, die ihr Leben für unsere jeweiligen Länder verloren haben, unseren Respekt zu erweisen. Ich möchte mich weiterhin darum bemühen, dass dies nicht zu einem diplomatischen Problem mit China und Südkorea wird.“

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Einige in der LDP loben Takaichi für ihren leicht verständlichen Konservatismus. Es bestehen jedoch Bedenken, ob eine Figur wie sie an der Spitze der Partei dazu beitragen wird, bei den nächsten Wahlen zum Repräsentantenhaus Stimmen aus einer breiten Bevölkerungsschicht zu gewinnen.

Takaichi selbst sagte: „Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass ich vom Fernsehen als Rechtsaußen behandelt werde. Ich verfolge viele politische Ziele, die darauf abzielen, auch die einfachen Menschen zu unterstützen.“

Kono wird zahnloser

Um seinen Stimmenanteil bei den Parteimitgliedern zu erhöhen, hat Taro Kono in den Medien seine Leistungen als Minister für die Impfkampagne und die Verwaltungsreform hervorgehoben. In einer Sendung des Fernsehsenders Nippon TV am 13. September kündigte Kono einen Vorschlag an, der vorsieht, dass Antigen-Testkits in Drogerien frei verkäuflich gemacht werden.

„Ich werde die notwendigen regulatorischen Reformen im Rahmen der Coronavirus-Bekämpfung mutig durchführen“, so Kono.

Als Reporter andeuteten, dass Kono seine Anti-Atomkraft-Position zurückgenommen habe, konterte er: „In den vergangenen mehr als 20 Jahren hat sich an meiner Aussage nichts geändert. Japans Reaktoren haben eine Betriebsdauer von etwa 40 Jahren, bei einer Verlängerung sogar von 60 Jahren. Der Anteil der Kernenergie an der Energieerzeugung wird allmählich abnehmen und schließlich Null erreichen.“

Am 11. September betonte er, dass die Politik des nuklearen Brennstoffkreislaufs, bei der abgebrannte Brennelemente recycelt werden, letztlich abgeschafft werden wird.

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