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Absage müsste diskutiert werden

LDP-Generalsekretär spricht offen über eine Absage der Olympischen Spiele in Tokyo

Der LDP-Generalsekretär Toshihiro Nikai sagte am Donnerstag in einer TV-Sendung, dass eine Absage der Olympischen Spiele eine Option sein könnte, wenn sich die Pandemie-Situation weiter verschlimmert.

Er unterstrich damit die Probleme, mit denen sich Japan 100 Tage vor dem Beginn der Spiele auseinandersetzten muss, da die Infektionen in einigen Regionen im Land stark ansteigen.

Absage, wenn Infektionen sich weiter ausbreiten

„Wenn es unmöglich wird, dann sollten die Spiele abgesagt werden“, so der LDP-Generalsekretär Toshihiro Nikai. „Was ist der Sinn der Olympischen Spiele, wenn sie für die Verbreitung von Infektionen verantwortlich sind? Wir werden an diesem Punkt eine Entscheidung treffen müssen.“

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Dass ein hoher japanischer Politiker über die Möglichkeit einer Absage der Spiele spricht, ist eher selten, insbesondere weil Premierminister Yoshihide Suga mehrfach versprochen hat, sichere Spiele auszurichten.

Nikai sagte auch, dass die Ausrichtung der Spiele eine große Chance für Japan ist und dass die Bemühungen fortgesetzt werden sollten, um den Erfolg mit der Unterstützung der Menschen sicherzustellen.

Opposition fordert intensive Gespräche

Nach den Äußerungen von Nikai forderten Abgeordnete der Opposition in Japan die Regierung auf, dass man über die Durchführung der Olympischen Spiele unbedingt reden muss.

Jun Azumi, Leiter der parlamentarischen Angelegenheiten der Konstitutionellen Demokratischen Partei Japans sagte: „Angesichts der aktuellen Situation wäre es schwierig, die Olympischen Spiele als Beweis dafür abzuhalten, dass die Menschen das Coronavirus besiegt hat.“

Azumi bezog sich damit auf eine Aussage von Japans Premierminister, der betone, dass die Spiele ein Symbol des Sieges über das Virus darstellen können.

Kenta Izumi, der politische Leiter der CDPJ, sagte, dass eine Absage der Olympischen Spiele nicht nur Auswirkungen auf die Athleten und das Personal hätte, sondern auch auf das Gesundheitspersonal und die Wirtschaft, und forderte, eine schnelle Entscheidung zu treffen.

Nikai sagte in einer Erklärung, die kurz nach dem Interview veröffentlicht wurde, dass er weiter für die Veranstaltung eintreten wird. Sollte er aber gefragt werden, ob die Spiele auf jeden Fall stattfinden sollten, würde er nein sagen.

In einer zweiten TV-Sendung, die am gleichen Tag ausgestrahlt wurde, sagte der für die Impfkampagne zuständige Minister Taro Kono, dass die Spiele auf jede erdenkliche Art und Weise stattfinden werden, auch ohne Zuschauer.

Die öffentliche Meinung zu den Spielen ist allerdings mehr als deutlich. Mehrere Umfragen zeigen, dass nach der Mehrheit in Japan die Spiele lieber abgesagt oder verschoben werden sollten.

In einer kleinen Zeremonie, 100 Tage vor den Olympischen Spielen versprach Tokyos Gouverneurin Yuriko Koike, die Pandemie in den Griff zu bekommen, damit die Spiele ohne Probleme stattfinden können.

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