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Ausgang völlig offen

LDP startet Rennen um den Vorsitz der Partei

Die LDP hat offiziell das Rennen um den Vorsitz der Partei gestartet. Der neue Vorsitz wird auch gleichzeitig der neue Premierminister Japans.

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Die Wahl dürfte sehr eng ausfallen, was für die Partei ungewöhnlich ist.

Zum ersten Mal kämpfen zwei Frauen um den Vorsitz der LDP

Insgesamt haben sich Taro Kono, Fumio Kishida, Sanae Takaichi und Seiko Noda für den Vorsitz der LDP beworben. Zum ersten Mal in der Geschichte der Partei sind es damit zwei Frauen.

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Die Wahl wird am 29. September abgehalten werden, insgesamt gibt es 766 Stimmzettel, 383 in den Präfekturverbänden und 383 an die Mitglieder des Parlaments. Damit sind rund 1,1 Millionen Parteimitglieder berechtigt, ihre Stimme abzugeben.

Anders als bei vorherigen Wahlen werden alle LDP-Fraktionen, mit Ausnahme der von Kishida geführten, die Mitglieder selbst über die Wahl entscheiden lassen, anstelle ihre Stimmen für einen der Kandidat*innen zu bündeln.

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Dies könnte dazu führen, dass keiner der vier Kandidat*innen die absolute Mehrheit erlangen kann, was dann wiederum zu einer Stichwahl führen würde.

Reform der Sozialpolitik und Mittelschicht stärken

Taro Kono hatte in einer Online-Veranstaltung den Wahlkampf offiziell gestartet und betont, dass er eine Nation schaffen wolle, in der jeder an der Idee teilhat, alles zu erreichen, was er anstrebt.

Der Minister für die Verwaltungsreform möchte sich im Falle seiner Wahl für eine Reform der Sozialpolitik einsetzen.

Kono ist laut Umfragen am beliebtesten bei der japanischen Bevölkerung, allerdings gilt er als Revoluzzer, was innerhalb der Partei nicht sehr gut ankommt. Er wird von Japans Ex-Verteidigungsminister Shigeru Ishiba, der einen großen Einfluss innerhalb der LDP hat, unterstützt.

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Fumio Kishida traf sich direkt mit Reportern und sagte, dass er die Stimmen der Menschen direkt hören wolle und dass er plane, die LDP zu verändern, indem er durch politische Diskussionen Vertrauen zurückgewinnt.

Er betonte, wie wichtig es sei, die wirtschaftliche Ungleichheit im Land zu bekämpfen, indem man die Mittelschicht unterstützt.

Kishida werden innerhalb der Partei gute Chancen zugerechnet, allerdings hat er noch keinen nennenswerten Unterstützer für sich gewonnen. Die Tatsache, dass er den Neoliberalismus in Japan abschaffen möchte, könnte ihm viel Zustimmung gekostet haben.

Neue Abenomics und Kinder, Frauen und Rentner stärken

Sanae Takaichi eröffnete ihren Wahlkampf damit, dass sie erklärte, sie möchte Japan schützen und einen klaren Kurs für die Zukunft festlegen. Dabei möchte sie mit allen zusammenarbeiten, um eine „starke und wachsende Nation“ zu schaffen.

Außerdem betonte die Politikerin, dass sie ein neues Konjunkturpaket umsetzten wolle, das weit über die Abenomics hinausgeht, und taufte das Paket auf „Sanenomics“.

Takaichi hat mit Shinzo Abe den mächtigsten Unterstützer der LDP für sich gewonnen. Sein Einfluss ist immer noch sehr groß und Takaichi fährt seinen Kurs weiter. Ihre Chancen auf den Vorsitz stehen daher sehr gut.

Seiko Noda läutete ihren Wahlkampf mit den Worten ein, dass Politik nicht von einem starken Führer gemacht würde und dass eine Partei, die sich selbst als Volkspartei bezeichnet, die vielen Menschen einbeziehen müsse.

„Ich möchte allen die Zufriedenheit vermitteln, dass sie in diesem Land geboren wurden und es wert sind, weiterzuleben“, so Noda.

Ihre Politik fokussiert sich unter anderem auf die Unterstützung von Kindern, Frauen und älteren Menschen.

Noda hatte erst am Mittwoch ihre Kandidatur angekündigt, noch ist unklar, ob sie einen Unterstützer für sich gewonnen hat.

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