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HomeNachrichten aus JapanPolitikKandidaten auf LDP-Vorsitz haben kein Interesse sich mit Abes Skandalen zu befassen

Abe bleibt mächtig

Kandidaten auf LDP-Vorsitz haben kein Interesse sich mit Abes Skandalen zu befassen

Bei der liberaldemokratischen Partei Japan (LDP) gibt es zurzeit mehrere Kandidaten, die Partei-Vorsitzende werden wollen. Was allerdings alle gemeinsam haben ist, dass sie die Skandale ihrer Partei weiter ignorieren.

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Derzeitiger Favorit bei den Wahlen für den Vorstand der LDP und damit auch Premierminister-Kandidat, ist der Minister für Verwaltungsreform, Taro Kono.

Kono bleibt der Favorit

Er gehört zur Parteifraktion von Finanzminister Taro Aso, die bisher allerdings noch nicht ihre geschlossene Unterstützung für Kono ausgesprochen hat.

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Eine gesicherte Unterstützung gibt es hingegen von Shigeru Ishiba, dem ehemaligen Generalsekretär der Partei. Er gab am 15. September bekannt, dass er sich nicht zur Wahl aufstellt und stattdessen Kono zur Seite steht. Er erklärte, dass es wichtig sei, einen Kandidaten zu haben, der die Partei und die Politik ändern will.

Ishiba scheint damit nicht alleine zu sein, denn viele in der Fraktion wollen auch Kono wählen und das, obwohl sie diesesmal für jeden der Kandidaten stimmen dürfen. Ganz so große Veränderung sollten mit Kono aber nicht erwartet werden.

Ishiba will Klarheit schaffen

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Ishiba nimmt bei den Wahlen auch Bezug auf den Moritomo Skandal, der den ehemaligen Premierministers Shinzo Abe sehr in Bedrängnis gebracht hat. Er machte dabei deutlich, was er von dem Umgang mit dem Skandal hält.

Für Ishiba sollten Personen, die „nicht versuchen den Gefühle der Traurigsten nah zu kommen“, sich nicht als Politiker betrachten. Er ist allgemein einer der wenigen in der Partei, die eine genauere Untersuchung in dem Fall gefordert haben und sich auch für die Untersuchung der anderen Skandale unter Abe.

Damit steht er aber bei den Wahlkandidaten alleine dar. Kono sieht es nicht als nötig an, den Moritomo-Skandal weiter zu untersuchen, weil die Staatsanwaltschaft ihre Ermittlungen bereits abgeschlossen hat.

Abe-Skandale sind ein brenzliges Thema in der LDP

Fumio Kishida ist der einzige Kandidat, der eine Fraktion anführt. Er sprach die Skandale auch an und sprach von Bemühungen, welche die Bevölkerung überzeugen sollen. Mit jedem Skandal litt nämlich auch der Ruf der LDP. Kishida sorgte damit aber für Empörung bei Abe-Unterstützern und eigenen Unterstütztern.

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Als Reaktion ruderte er zurück und erklärte, dass er definitiv keine neue Untersuchung beführwortet. Sanae Takaichi, die zu keiner Fraktion gehört, will sich mit den alten Skandalen gar nicht beschäftigen. Nicht verwunderlich, denn sie ist eine enge Verbündete von Abe.

Allgemein will es sich niemand mit Abe verscherzen, der weiterhin viel Einfluss in der Partei hat. Zusätzlich waren alle Kandidaten unter der Regierung von Abe mindestens einmal Minister und man möchte vermutlich nicht riskieren, in einen der Skandale noch hereinzurutschen.

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