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Von Mikrochips und Killer-Impfstoff

Lokalpolitiker in Japan wirft mit Verschwörungstheorien um sich

Verschwörungstheorien werden in Japan eigentlich selten in der Öffentlichkeit ausgesprochen, wenn dann eigentlich in den sozialen Netzwerken, es gibt zwar auch in diesem Land QAnon-Anhänger, aber die sind vergleichsweise harmlos, auch wenn sie immer mehr Anhänger finden.

Umso ungewöhnlicher ist es, das ein Lokalpolitiker mit ebendiesen Theorien öffentlich um sich wirft.

Politiker nutzt übliche Verschwörungstheorien

Shinryoku Saito, ein Lokalpolitiker in der Präfektur Fukui, sagte während eines Interviews mit einer Tageszeitung, dass sich in dem Corona-Impfstoff ein Mikrochip befindet, der über 5G-Funkwellen gesteuert wird und das jeder, der geimpft wird, innerhalb von fünf Jahren sterben wird. Die üblichen Verschwörungstheorien also.

Außerdem ist Saito der felsenfesten Überzeugung, dass Japans Premierminister Yoshihide Suga und Finanzminister Taro Aso verhaftet wurden und die, die jetzt in der Öffentlichkeit zu sehen sind, Klone oder Menschen sind, die Plastikmasken tragen.

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Saito veröffentlicht regelmäßig einen Newsletter mit dem Titel „Hotline“, in dem er über seine Arbeit in der Präfekturversammlung berichtet. Der Newsletter geht an ca. 16.000 Menschen.

In der aktuellen Ausgabe schrieb der Politiker, dass der Corona-Impfstoff eine Mordwaffe ist und dass die Terroranschläge vom 11. September 2001 in den USA nicht als vom Computer generierte Bilder waren.

Viele seiner Kollegen haben den Politiker bereits gebeten, mit der Verbreitung dieser Verschwörungstheorien aufzuhören, allerdings sieht Saito es als seine Pflicht an, die Menschen aufzuklären.

Mittlerweile gibt es allerdings große Kritik aus seiner Partei. Norikatsu Nakakura, 53, der die LDP-Fraktion in der Präfekturversammlung von Fukui leitet, sagte zu den Aktivitäten seines Kollegen: „Ich habe Saito verbal gewarnt“.

Immer mehr Mitglieder des LDP-Präfekturverbandes hoffen mittlerweile, dass der Politiker zurücktritt.

Informationen aus dem Internet

Auf die Frage, ob er denn Kritik wegen seiner aussagen bekommt, sagte er: „Ich habe nur Ermutigungen und Lob aus dem ganzen Land erhalten.“

Auf die Frage, woher er denn seine Informationen bekomme, antwortete der Politiker: „Aus dem Internet und Büchern, die diese Theorien behandeln.“

Saito war zuvor Mitglied einer Gemeindeversammlung und hat insgesamt 30 Jahre als Abgeordneter verbracht. Er bereits einmal Vorsitzender der Präfekturversammlung und ist derzeit die Nummer 2 der Präfekturgruppe Fukui der Liberaldemokratischen Partei.

Saito ist der einzige aktive Politiker, der Verschwörungstheorien verteilt.

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