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Keine Gleichstellung der Geschlechter in der japanischen Politik

Nur zwei Frauen im neuen japanischen Kabinett

Im neuen Kabinett, das der japanische Premierminister gestern vorgestellt hat, wurden nur zwei der insgesamt 19 Ministerposten mit Frauen besetzt. Das unterstreicht noch einmal die langsamen Fortschritte, die das Land bei der Gleichsetzung der Geschlechter macht.

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Sanae Takaichi wurde zur Ministerin für wirtschaftliche Sicherheit ernannt, und Keiko Nagaoka erhielt ihren ersten Kabinettsposten als Ministerin für Bildung, Kultur, Sport, Wissenschaft und Technologie.

Zahl der Ministerinnen unter Kishida gesunken

Infolgedessen nimmt die Zahl der Frauen im japanischen Kabinett weiter ab. Unter Premierminister Junichiro Koizumi und Shinzō Abe wurden fünf Frauen in Ministerämter berufen.

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Bereits bei seinem Amtsantritt ernannte der amtierende Premierminister Fumio Kishida mit drei Frauen, und damit zwei weniger als zuvor.

Im Frühjahr dieses Jahres sank die Zahl der Frauen in Kishidas Kabinett noch weiter, nachdem die Impfministerin Noriko Horiuchi ausgeschieden war.

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Die Kabinettsumbildung erfolgte, nachdem Japan laut des aktuellen Berichts des Weltwirtschaftsforums in der Rangliste der geschlechtsspezifischen Unterschiede auf Platz 116 von 146 Ländern und damit am Ende der Länder Ostasiens und des pazifischen Raums sowie der Länder der sieben größten Volkswirtschaften gelandet war. In der Kategorie Politik erreichte Japan sogar nur Platz 139.

Das Problem wurde auch bei den letzten Wahlen noch einmal deutlich, da unter den 1.040 Kandidaten nur wenige Frauen waren.

Weltweit immer mehr Frauen in der Politik

Weltweit stellen Politikerinnen in Ländern wie Kanada und Frankreich die Hälfte oder mehr der Kabinettsmitglieder, und immer häufiger bekleiden Frauen das Amt des Präsidenten und des Premierministers.

„Es ist eine Schande, dass nur zwei Frauen (für das erneuerte Kabinett) unter dem Gesichtspunkt ausgewählt wurden, verschiedene Stimmen der Öffentlichkeit in der Politik widerzuspiegeln“, kommentierte Yuki Tsuji, Professorin für Politikwissenschaft an der Tokai Universität, die Kabinettsumbildung.

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