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Hohe Kosten und kritikwürdige Politik

Staatsbegräbnis von Shinzō Abe sorgt für weitere Proteste

Das geplante Staatsbegräbnis von Shinzō Abe steht schon länger in der Kritik, nun nehmen die Proteste immer mehr zu: Schätzungsweise 4.000 Menschen protestierten am 31. August vor dem Parlamentsgebäude in Tokyo.

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Sie forderten die Regierung auf, ihr Vorhaben, ein Staatsbegräbnis für den verstorbenen ehemaligen Premierminister Shinzō Abe abzuhalten, aufzugeben.

Demonstrationen gegen das Staatsbegräbnis

Dabei hielten die Demonstranten vor dem Haupttor des japanischen Parlaments verschiedene Plakate mit Slogans wie „Kein Staatsbegräbnis“ oder „Gebt das Staatsbegräbnis auf“. Das Staatsbegräbnis für Abe ist für den 27. September in der Nippon Budokan-Halle in der Hauptstadt geplant.

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Abe war im Juli bei einer Rede in Nara durch einen Schuss tödlich verletzt worden. Es wird vermutet, dass der Schütze des Anschlags einen Groll gegen die Vereinigungskirche hegte, sodass er Abe wegen seiner Verbindungen zu dieser Gruppe ins Visier nahm.

Organisationen kritisierten Abe für nationale Sicherheitspolitik

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Durch die Namen der Organisationen, die an dem Protest vom 31. August beteiligt waren, werden die Beweggründe deutlich: Vorrangig sind es Gruppen, die eine Abneigung gegen Abes Politik im Bereich der nationalen Sicherheit, die er als Premierminister unternahm, vereint.

Eine Gruppe mit dem Namen „Senso Sasenai, 9-jo Kowasuna! Sougakari Kodo Jikko Iinkai“ (Wir werden keinen Krieg zulassen. Zerstört nicht den Artikel 9! Das Komitee für umfassende Maßnahmen) organisierte die Kundgebung.

Kritik an Verbindungen zur Vereinigungskirche

Der Rechtsanwalt Masatoshi Uchida ist Generalsekretär der Gruppe „Senso O Sasenai 1.000 Nin Iinkai“ (Das Komitee der 1.000 Menschen, die keinen Krieg zulassen), eine weitere organisierende Gruppe.

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„Die tiefe Beziehung zwischen Herrn Abe und der Vereinigungskirche ist offenkundig geworden„, sagte er auf der Kundgebung. „Lasst uns weiterhin lautstark unsere Stimmen erheben, um gegen das Staatsbegräbnis zu protestieren.“

Auch Premierminister Kishida in der Kritik

Eine der Demonstrantinnen, eine 70-jährige Hausfrau, die in Yokohama lebt, sagte der Asahi Shimbun: „Premierminister (Fumio) Kishida hat eigenmächtig gehandelt, als er plötzlich und ohne jede Diskussion auf die Idee kam, ein Staatsbegräbnis zu veranstalten, und dann versuchte, es allein mit der Zustimmung seines Kabinetts durchzusetzen.“

Zudem kritisierte sie auch Kishidas Ankündigung vom 31. August, dass er in einer Landtagssitzung eine Erklärung zum Staatsbegräbnis abgeben wolle. „Er hatte das Gefühl, dass er erst eine Erklärung abgeben müsse, nachdem Kritik laut wurde“, sagte sie. „Er ist zu inkonsequent.“

Staatsbegräbnis bringt hohe Kosten mit sich

Ein 17-jähriger Gymnasiast aus Nagareyama in der Präfektur Chiba erfuhr über Twitter von dem Plan der Kundgebung. Es war das erste Mal, dass er an einem Protest teilnahm.

„Ich bin nicht davon überzeugt, dass 250 Millionen Yen (1,78 Millionen Euro) für ein Staatsbegräbnis ausgegeben werden müssen, wenn die Schüler inmitten der COVID-19-Pandemie eine schwere Zeit durchmachen“, sagte er. „In den sozialen Medien werden Hashtags geteilt, um den Widerstand gegen das Staatsbegräbnis zu zeigen. Ich möchte, dass Kishida den Plan noch einmal überdenkt und die Stimmen der Menschen nicht ignoriert.“

Steuerzahler sehen hohe Ausgaben als ungerechtfertigt

Naoto Mori, ein 70-jähriger Demonstrant aus Urayasu in der Präfektur Chiba, nannte einen weiteren Grund, der gegen das Staatsbegräbnis für Abe spricht.

„Ich glaube nicht, dass Abe ein Staatsbegräbnis verdient, weil die Fragen über (Abes mögliche Verwicklung in die Skandale in) Moritomo Gakuen und der Kake Bildungseinrichtung nicht beantwortet wurden“, sagte er. „Ich kann nicht glauben, dass das Geld der Steuerzahler für sein Staatsbegräbnis ausgegeben wird.“

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