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HomeNachrichten aus JapanPolitikSeiko Noda kandidiert für LDP-Vorsitz

Zweite Frau stellt sich zur Wahl

Seiko Noda kandidiert für LDP-Vorsitz

Die ehemalige japanische Kommunikationsministerin Seiko Noda kündigte am Donnerstag an, dass sie für den Vorsitz der LDP kandidieren wird.

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Noda, die keiner Fraktion innerhalb der Partei angehört, sagte, sie habe die notwendige Unterstützung erhalten, um bei den Wahlen am 29. September anzutreten.

Noda und Takaichi könnten Japans erste Premierministerin werden

Damit kämpfen nun vier Kandidaten um den LDP-Vorsitz, neben Seiko Noda haben sich Taro Kono, der ehemalige Minister Fumio Kishida und Sanae Takaichi für die Wahlen aufgestellt.

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Noda und Takaichi könnten beide Japans erste Premierministerin werden, da der LDP-Vorsitzende automatisch auch die Nachfolge von Yoshihide Suga antreten wird.

Suga hatte vor einigen Tagen angekündigt, nicht bei der Wahl antreten zu wollen, angesichts der zunehmenden Kritik an seinem Umgang mit der Pandemie.

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Noda stammt aus der Präfektur Fukuoka und wurde 1993 in das Repräsentantenhaus gewählt. 2017 wurde sie vom ehemaligen Premierminister Shinzo Abe als Kommunikationsministerin ins Kabinett berufen, 2018 allerdings durch Masatoshi Ishida ersetzt.

2015 wollte sie bereits gegen Abe antreten, bekam allerdings nicht die nötige Unterstützung für die Kandidatur.

Ihr Schwerpunkt liegt darauf, die Unterstützung von Eltern in Japan zu stärken und die niedrige Geburtenrate in den Griff zu bekommen.

„Die anderen Kandidaten haben alle eine großartige Politik“, so die Politikerin Noda auf einer Pressekonferenz. „Aber ich hatte Probleme, Richtlinien zu Themen zu finden, an denen ich als Politiker gearbeitet habe, wie unter anderem die Kleinen und Schwachen zu stärken.“

Bruch mit der politischen Linie der LDP

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Laut Noda muss Japan größere Anstrengungen unternehmen, um die Vielfalt zu fördern und die schrumpfende und immer älter werdende Bevölkerung, erfordert, dass die LDP eine Richtung einschlägt, die Frauen, Kinder, ältere und behinderte Menschen einen Platz in der Gesellschaft bietet.

Zudem tritt sie auch für die gleichgeschlechtige Ehe ein, was ein klarer Bruch mit der Linie der LDP darstellt. Auch bei der Frage nach unterschiedlichen Nachnahmen bei Ehepartnern hat sie eine strikte Haltung, die nicht der Position der LDP entspricht.

Große Chancen werden Noda allerdings nicht zugesprochen, anders als bei ihrer Parteikollegin Takaichi, die vom ehemaligen Premierminister Shinzo Abe unterstützt wird, der immer noch einen sehr großen Einfluss innerhalb der LDP hat.

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