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Machtspiele in Japans Regierungspartei

Shinzo Abe ist der eigentliche Sieger der Wahlen in Japan

Zwar heißt der neue Vorsitzende der LDP Fumio Kishida, doch eigentlich hat Shinzo Abe die Wahlen in Japan für sich entscheiden.

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Kishida erhielt in einer Stichwahl die meisten Stimmen und wurde dabei von Abe unterstützt, obwohl der ehemalige Premierminister eigentlich eine andere Kandidatin unterstützte.

Einfluss von Shinzo Abe bei den Wahlen war groß

Bei der Wahl konnte im ersten Wahlgang jeder in der LDP wählen, wen er wollte, was sich zu einem Zweikampf zwischen Taro Kono und Fumio Kishida entwickelte.

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In der darauffolgenden Stichwahl übernahmen die Fraktionen innerhalb der LDP wieder das Ruder und gaben ihren Mitgliedern vor, wen sie wählen sollten. Da Shinzo Abe sehr viel Macht innerhalb dieses Fraktionsgebildes hat, konnte er seinen Einfluss geltend machen und dafür sorgen, dass sich die meisten Fraktionen hinter Kishida stellten.

Taro Kono ist besonders bei konservativen Politikern in der LDP nicht sehr beliebt, seine politische Richtung, insbesondere wegen seiner liberalen Haltung zu sozialen Fragen, zur Atomenergie und seine Offenheit gegenüber der Bevölkerung, stehen in der Kritik bei den alteingesessenen Mitgliedern der Partei.

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In der Hosoda-Fraktion, die auch Shinzo Abe abgehört und die er praktisch anführt, hieß es bereits vergangene Woche, dass man jeden wählen soll, nur nicht Kono.

Nachdem Premierminister Yoshihide Suga seine Kandidatur überraschend zurückgezogen hatte, kündigte Abe an, dass er die Kandidatin Sanae Takaichi unterstützt.

Doch, diese Unterstützung brachte nichts, denn Takaichi ist vielen stimmberechtigten Mitgliedern der LDP zu streng konservativ und da die erste Wahl ohne Fraktionsgeschacher ablief, hatte sie keine Chance.

Stärkung des rechten Flügels der LDP

Die Unterstützung von Shinzo Abe für Takaichi kam allerdings überraschend, da Abe seinen Parteikollegen Kishida ursprünglich als Nachfolger angesehen hatte, doch Kishida unterlag im vergangenen Jahr gegen Yoshihide Suga.

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Dass Abe sich hinter Takaichi gestellt hat, ist insbesondere darin begründet, dass der Politiker den rechten Flügel der LDP stärken wollte. Außerdem hatte er so die Möglichkeit, dass, selbst wenn seine Kandidatin die Wahl nicht gewinnt, er sich in der Stichwahl hinter Kishida stellen konnte, was auch eingetreten ist.

Die Situation ist nun, dass Kishida die Wahl gewonnen hat, nun aber Abe und Takaichi verpflichtet ist, was bedeutet, dass Shinzo Abe der eigentliche Gewinner der Wahl ist und an Einfluss dazugewonnen hat.

Auch die anderen Fraktionen haben dementsprechend spekuliert, die Aso-Fraktion, zweitgrößte Fraktion in der LDP, hatte sich etwa recht früh hinter Kishida gestellt.

Ergebnis der Wahl könnte für die LDP auch nach hinten losgehen

Allerdings stellt sich die Frage, ob es eigentlich wirklich so eine gute Wahl war, Kishida zum neuen Vorsitz der LDP und damit auch zum neuen Premierminister zu machen.

Die LDP ist von Skandalen gebeutelt und Taro Kono ist sehr beliebt in der Bevölkerung, was viele Umfragen auch zeigten, denn seine Offenheit hat ihm viele Punkte eingebracht.

Zwar besteht nicht die Gefahr, dass die LDP bei den bevorstehenden Wahlen in Japan ihre Mehrheit verliert, allerdings könnte es dazu führen, dass sie Federn lassen muss und viele Sitze verliert.

Außerdem stellt sich die Frage, wie es in der Bevölkerung aufgenommen wird, dass Shinzo Abe so offensichtlich die Fäden in der Hand hält, denn der ehemalige Premierminister ist mittlerweile sehr umstritten, denn er ist für einige Skandale verantwortlich.

Kishida wiederum muss nun seinen großen Worten auch Taten folgen lassen, doch ob er sich auch durchsetzten kann, angesichts des Machtspiels von Abe, ist ebenfalls mehr als fraglich.

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