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Verkauf von Vermögensanteilen japanischer Firmen unerwünscht

Südkoreas Präsident will Beziehungen zu Japan verbessern

Südkorea und Japan hatten schon immer eine schwierige Beziehung, die sich in den letzten zwei Jahren noch einmal deutlich verschlechtert hat. Ein großer Streitpunkt ist Regelung der Entschädigung der sogenannten „Trostfrauen“ und der Zwangsarbeiter der Besatzungszeit.

Ein Gericht verurteilte zwei japanische Firmen 2018 zu Schadensersatz für Zwangsarbeiter und bestimme, dass Vermögenswerte der Firmen im Land eingezogen und verkauft werden dürften.

Südkorea will eine andere Lösung finden

Südkoreas Präsident Moon Jare sagte nun am Montag, dass er den Verkauf der Vermögenswerte als unerwünscht betrachtet und das die Beziehungen zu Japan verbessert werden sollen.

Mehr zum Thema:  Die verschwiegenen deutschen "Trostfrauen"

Auf der Neujahrs-Pressekonferenz am Montag in Seoul sagte Moon, er fühle sich durch das Trostfrauen-Urteil vom 8. Januar ein wenig verwirrt, da es inmitten der Bemühungen zwischen den beiden Ländern um die Lösung anderer laufender Fragen wie Exportkontrollen und Entschädigung für Kriegsarbeit kam.

Der Präsident sagte, er erkenne an, dass ein von Seoul und Tokyo im Jahr 2015 geschlossenes Abkommen zur Lösung des Problems der Trostfrauen ein offizielles Abkommen zwischen den Regierungen sei und dass er Lösungen auf der Grundlage des Abkommens prüfen werde.

Moon sagte auch, dass Südkorea und Japan das Thema diskutieren werden, sodass die beiden Länder Lösungen finden können, die auch für die Klägerinnen zufriedenstellend sind.

Urteil gegen Japan

Der Begriff Trostfrauen ist ein Euphemismus für Frauen, von denen viele Koreanerinnen waren, die während des Zweiten Weltkriegs gezwungen wurden, in japanischen Militärbordellen zu arbeiten.

Die beiden Länder trafen die Vereinbarung im Jahr 2015, um den langjährigen Streit endgültig zu lösen. Als Teil des Abkommens zahlte die japanische Regierung 1 Milliarde Yen. Das Geld wurde über eine Stiftung an ehemalige Trostfrauen und die Familien der Verstorbenen verteilt.

Die südkoreanische Regierung löste die Stiftung jedoch 2019 auf, nachdem sie zu dem Schluss gekommen war, dass das Abkommen die Wünsche der Frauen nicht angemessen berücksichtigt hatte.

Die japanische Regierung lehnte die Klage ab und berief sich dabei auf die souveräne Immunität nach internationalem Recht, die einen Staat vor der Gerichtsbarkeit ausländischer Gerichte schützen soll.

Das zentrale Bezirksgericht von Seoul stellte allerdings fest, dass die japanische Regierung vorsätzliche, systematische und weitreichende kriminelle Handlungen gegen die Menschlichkeit begangen hat.

Es war das erste derartige Urteil in Südkorea. Es wird erwartet, dass das Urteil am Ende des 22. Januar rechtskräftig wird, da die japanische Regierung keine Berufung einlegen will.

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