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Home News Politik Bezirksamt in Berlin verlangt Abbau der Trostfrauen-Statue

Statue soll sofort entfernt werden

Bezirksamt in Berlin verlangt Abbau der Trostfrauen-Statue

Vor einigen Tagen hatten wir über die erste fest installierte, öffentliche Trostfrauen-Statue berichtet. Schon kurz nach der Aufstellung protestierte Japan gegen die Figur und kündigte an dagegen vorzugehen. Nun gibt es tatsächlich eine offizielle Aufforderung von deutschen Behörden die Statue sofort zu entfernen.

Wie die Nachrichtenagentur Kyodo berichtet, forderte der Fachbereich Straßen- und Grünflächenverwaltung im Bezirksamt Mitte die Entfernung der Bronzestatue bis zum 14. Oktober. Begründet wird die Forderung mit der erheblichen Belastung des deutsch-japanischen Verhältnisses. Eine Entfernung der Statue würde diplomatische Probleme beseitigen, wobei angeblich mehrere Städtepartnerschaften in Gefahr sein.

Bezirk will neutral bleiben

Weiter ist im Schreiben des Amts laut Zeitung taz die Rede davon, dass sie nicht über die Details der Statue informiert wurden. So wussten sie angeblich nichts von der Tafel, die sich an dem Denkmal befindet. Auch wenn sie nach ihren Angaben nicht falsch sei, würde sie sich „auf und gegen Japan fixieren“ und stelle einen Kommentar von koreanischer Seite an die Japaner dar.

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Das entspreche nicht dem Standpunkt des Amts, dass die Statue ein humanistisches Statement sein soll, unabhängig von dem eigentlichen Kriegsverbrechen der Japaner. Nach eigenen Angaben hätten sie sich dabei auch gewünscht, dass die sexuellen Gewaltverbrechen deutscher Soldaten erwähnt werden. Zusätzlich heißt es, dass es nie eine Erlaubnis gegeben hätte, wenn das Amt von Japans Reaktion gewusst hätte.

Friedensstatue soll allgemein ein Zeichen gegen sexuelle Gewalt sein

Die Statue wurde erst am 28. September offiziell von dem Korea Verband feierlich enthüllt. Sie soll dabei nicht nur als ein Mahnmal der sogenannten Trostfrauen, Zwangsprostituierte für die japanische Armee im Zweiten Weltkrieg, stehen. Ebenfalls soll sie allgemein ein Symbol gegen die sexuelle Gewalt gegen Mädchen und Frauen sein.

Die Aufstellung des Denkmals selbst verlief mit Einverständnis der Behörden und Anwohner ab. Umso empörender ist es deswegen, dass das Bezirksamt nun seine Erlaubnis wieder zurückzieht und den Abriss anordnet. Das Auswärtige Amt äußerte sich bis jetzt nicht zu der Angelegenheit, obwohl bekannt ist, dass die japanische Regierung das Amt und andere Stellen deutlich unter Druck gesetzt hat.

Antrag warnte vor heftigen Reaktionen auf die Friedensstatue

Der Korea Verband kann die Reaktion des Bezirksamts nicht verstehen. Sie haben in ihrem Antrag extra auf Japans mögliche extreme Antwort auf die Statue hingewiesen. Ebenfalls hatten sie darauf hingewiesen, dass hinter dem Projekt mehrheitlich deutsche StaatsbürgerInnen stehen, welche sich für die Rechte der Frauen einsetzen und nicht die Interessen Südkoreas vertreten.

Japan reagierte hingegen positiv auf die Anordnung. Chefkabinettssekretär Katsunobu Kato erklärte in einer Pressekonferenz, dass es ein positiver Schritt sei und sie weiter die Situation überwachen werden. Wie weit Japan in der Entfernung der Statue involviert ist, und ob sie mit Konsequenzen gedroht haben, wurde nicht erwähnt.

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