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USA will Japans Hilfe, um Raketenlücke zu China zu schließen

Soll Japan sich in das Fadenkreuz von China stellen?

Nachdem die USA Anfang dieses Monats offiziell aus dem Rüstungskontrollvertrag ausgetreten sind, will die Regierung nun die Hilfe von Japan, um die Raketenlücke nach China zu schließen.

Mit dem Ausstieg aus dem Intermediate-Range Nuclear Forces (INF) Vertrag könnte Amerika nun theoretisch konventionelle Intermediate-Range-Bodenraketen in Asien stationieren. Auf ähnliche Weise stationierte das Land in den 1980er-Jahren Nuklearraketen in ganz Westeuropa, um sich gegen sowjetische Atomwaffen im Nahen Osten zu verteidigen. Diesmal besteht Washington jedoch darauf, dass die Raketen nicht mit Atomwaffen bestückt würden.

Raketen müssen in Asien stationiert werden

US-Verteidigungsminister Mark Esper sagte, er hoffe, die Raketen eher früher als später nach Asien zu entsenden, räumte jedoch ein, dass es einige Jahre dauern könnte, bis tatsächlich eine Art von ersten einsatzfähigen Raketen stationiert ist.

„Statt einer eurozentrischen Perspektive auf INF, die die strategische Stabilität Europas in den Vordergrund stellen soll, müssen wir es so sehen, dass auch die Verschiebung des konventionellen militärischen Gleichgewichts in Asien berücksichtigt wird“, sagte Eric Sayers, ein ehemaliger Sonderassistent des damaligen Admirals Harry Harris, ehemaliger Chef des US Pacific Command.

Sayers hat die politischen Planer in den USA aufgefordert, eine neue Verteidigungsagenda für das US-Japan-Bündnis zu erwägen, die darauf abzielt, die Beziehungen zu stärken und mit China zu konkurrieren.

„Dies ist die Realität eines internationalen Systems, in dem die USA gezwungen sind, sich mit mehreren Konkurrenten der Großmacht auseinanderzusetzen“, so Sayers.

Äußerlich scheint diese Einschätzung eine zusätzliche Bestätigung für Tokyo zu sein, das in den letzten zwei Jahrzehnten die wachsende militärische Macht Pekings zunehmend im Auge hatte.

Stationierung von Raketen würde Japan vor Probleme stellen

Aber so einfach ist das nicht, denn die Stationierung würde Japan in eine schwierige Lage bringen: Entweder verdoppeln sie die Sicherheitsbeziehungen zu einer unberechenbaren US-Regierung oder sie riskieren die Möglichkeit von einer regionalen Ordnung mit Sitz in China eingegrenzt zu werden.

Für Japan, eine Nation zwischen den beiden Großmächten des 21. Jahrhunderts, ist es eine nahezu unmögliche Wahl.

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Tokyo und Peking hatten in den letzten Jahren eine gute Beziehung, zum großen Teil, weil China sich Japan zugewandt hat, da es von der Regierung des US-Präsidenten Donald Trump mit einer härteren Sicherheits- und Handelsgrenze konfrontiert wird.

Jede Entscheidung, die US-Raketen auf japanischem Boden einzusetzen, könnte auch die Sicherheitsdebatte des Landes verkomplizieren.

Japan plant, im nächsten Jahr auf einer Basis in der Präfektur Okinawa eigene Raketen mit größerer Reichweite zu stationieren, um Chinas Expansion entgegenzuwirken. Dieser Schritt könnte allerdings gegen die pazifistische Verfassung des Landes verstoßen.

Laut einer Umfrage von Kyodo News im vergangenen Monat ist die Öffentlichkeit nach wie vor weitgehend gespalten über das Ziel von Japans Premierminister Shinzo Abe, die Verfassung zu ändern. 56,0 Prozent lehnen die Revision ab und 32,2 Prozent unterstützen sie. Eine ähnliche Umfrage von Jiji Press in diesem Monat ergab, dass 41,3 Prozent der Befragten gegen eine Überarbeitung waren, während 32,1 Prozent diese befürworteten.

Bedenken über Chinas Reaktion

Aber es gibt auch Bedenken, dass jeder Schritt zur Einführung von amerikanischen Langstreckenraketen in Japan dazu führt, dass das Land in das Fadenkreuz Tausender schwer zu besiegender fortschrittlicher Ballistik- und Marschflugkörper aus China geraten könnte.

China hat bereits seine Ablehnung gegen die USA-Pläne zum Ausdruck gebracht.

„China wird nicht untätig bleiben und gezwungen sein, Gegenmaßnahmen zu ergreifen, falls die USA bodengestützte Mittelstreckenraketen in diesem Teil der Welt einsetzen“, sagte Fu Cong, Direktor der Abteilung für Rüstungskontrolle des chinesischen Außenministeriums.

Er warnte auch andere Nationen, insbesondere Japan, Südkorea und Australien, umsichtig zu sein und den USA nicht zu erlauben, die Waffen in ihrem Land einzusetzen, was eine Drohung darstellen würde, da dies nicht den nationalen Sicherheitsinteressen dieser Länder dienen würde.

Schuld ist bei Trump immer der andere

Als Trump den Austritt der USA aus der INF ankündigte, machte er vor allem russische Verstöße gegen den Pakt verantwortlich. Ein genauerer Blick zeigt jedoch, dass Chinas Stationierung von Raketen eine ernsthafte Bedrohung für die US-Militärstützpunkte in Japan ist.

Trump sagte erstmals im Oktober, dass die USA aus dem Vertrag austreten würden, der alle landgestützten Raketen mit Reichweiten von 500 km bis 5.500 km verbietet, die sowohl nukleare als auch konventionelle Sprengköpfe transportieren können.

Chinas Stand ist in den USA immer schwerer geworden, seitdem Trump Präsident ist. Der US-Präsident bezeichnet das Land sehr oft als revisionistische Macht.

Warum wird Japan in den Streit hineingezogen?

Die Frage lautet: Wieso wird gerade Japan als bester Standort für die Raketen angesehen? Australien hat die Stationierung sehr schnell ausgeschlossen und auch Südkorea sagte, dass es keine Pläne für eine Stationierung von US-Raketen gibt.

Eine weitere Option wären die Philippinen, obwohl Präsident Rodrigo Duterte die Raketen nicht gerade willkommen heißen würde, da er sich schon oft gegen die USA ausgesprochen hat.

Die Inselkette Guam, auf der es einen US-Militärstützpunkt gibt, wäre ebenfalls eine Möglichkeit. Allerdings ist Japan, insbesondere unter Trump, zu einem der engsten Verbündeten der USA geworden und daher die beste Wahl.

Es besteht auch kein Zweifel, dass die militärischen Einrichtungen der USA in Japan bereits im Fadenkreuz von China sind.

Trotzdem wäre eine Stationierung nicht so einfach, denn sie würden auf eine Vielzahl von innenpolitischen Problemen in Japan treffen. Außerdem versucht Japan, sein diplomatisches Verhältnis zu China weiter zu verbessern.

Zudem fragen sich Kritiker der US-Pläne in Japan, wieso sich das Land für die USA zu einem noch größeren Ziel chinesischer Raketen machen sollte.

Quelle: Kyodo, MA, TJT, Jiin, News York Times

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