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Von Krebs geheilte Politikerin aus Tokyo kämpft gegen Vorurteile

Die Politikerin Sachiyo Nakatsuka aus Tokyo möchte in der Stadtregierung neue Regeln einführen, die es den Mitarbeitern erleichtern, Urlaub zu bekommen. Vor allem für medizinische Behandlungen, Kindererziehung oder die Pflege Angehöriger sollen freie Tage genehmigt werden.

Die 44-jährige Politikerin überlebte eine Krebs-Erkrankung und wurde im April wiedergewählt. Sie erkannte die Notwendigkeit einer neuen Regelung, nachdem sie wegen ihrer Abwesenheit bei Sitzungen der Stadtverwaltung im Wahlkampf von der Gegenseite kritisiert wurde.

Unter anderem warfen ihr Politiker anderer Lager vor, dass Nakatsuka nutzlos gewesen sei, da sie ihre Pflichten vernachlässigte und trotzdem Bezüge erhalten habe. Von allen 50 Mitgliedern der Stadtversammlung hatte die Frau in der letzten Amtszeit die meisten Abwesenheitstage.

Von November bis Dezember 2015 verpasste die Politikerin die meisten Sitzungen, um sich mehreren Behandlungen gegen ihren fortgeschrittenen Gebärmutterhalskrebs zu unterziehen und sich von diesen zu erholen.

Ein im Zuge des Wahlkampfes im März verteilter Flyer belegt, dass Nakatsuka bei mehr als 10 wichtigen Entscheidungen abwesend war. Auf die Wähler hatte dieser Flyer großen Einfluss. Während des Wahlkampfes sah sich die Frau wiederholt mit dem Vorwurf konfrontiert, dass sie von allen Politikern die faulste war. Trotzdem reichte es für die mittlerweile dritte Wiederwahl.

Nakatsuka verstand diese Kritik, trotzdem wehrte sie sich gegen den Vorwurf, sie würde die Steuerzahler ausnutzen. Politiker erhalten ihre Bezüge auch, wenn sie an Sitzungen nicht teilnehmen. Die Frau erklärte, dass sie immer versuchte, ihre Therapie-Termine im Krankenhaus mit ihren Aktivitäten als Mitglied der Stadtversammlung zu koordinieren. Die Wahrheit über ihren Gesundheitszustand gab sie allerdings nicht an die Öffentlichkeit.

Andere Politiker mit ähnlichen Problemen bekannt

Politikerin aus Tokyo
Bild: Büro von Sachiyo Nakatsuka

Später erfuhr die Politikerin, dass zwei weitere Parteimitglieder unter den ersten vier auf der Abwesenheitsliste waren. Auch sie verpassten aus ähnlichen Gründen viele Sitzungstermine. Deswegen entschloss sich Nakatsuka, einen eigenen Flyer zu veröffentlichen, in dem sie zu den Vorwürfen Stellung nimmt. Gleichzeitig möchte sie ein System vorstellen, das es den Menschen ermöglicht, Politik und Privatleben leichter miteinander zu vereinbaren.

Später erhielt sie viele positive Rückmeldungen von den Wählern zu ihrem Vorstoß. Nakatsuka erklärte, ihre Erfahrung habe ihr gezeigt, dass Krebs heutzutage keine ungewöhnliche Krankheit mehr ist und Patienten alle Hilfe bekommen müssten, die sie benötigen, vor allem, wenn sie während einer Behandlung weiterarbeiten möchten.

Bei den Wahlen zur Gemeindeversammlung am 21. April wurde Nakatsuka mit 7.140 Stimmen wiedergewählt. Das Ergebnis war für sie sogar besser als bei den vorangegangenen Wahlen. Die Politikerin möchte ihre neue Amtszeit dazu verwenden, die Gemeindeverwaltung zu reformieren. Besonders möchte sie sich für Urlaubszeiten wegen Krankheit, Kindererziehung oder Pflege einsetzen.

Die Politikerin plant auch, eine Diskussion in Gang zu bringen, die sich mit den Lohnkürzungen während dieser freien Zeiten befasst. Auf nationaler Ebene setzte sich Takashi Yamamoto, Mitglied des Oberhauses, ebenfalls für eine bessere Qualität in der Krebstherapie ein. Auch er war vorher selbst erkrankt.

Quelle: AS

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