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Wie wird sich Japan verändern?

Wahlen in Japan: Die wirtschaftlichen Ansichten der Kandidaten für das Amt des Premierministers

Bald sind Wahlen in Japan und der amtierende Premierminister hat überraschend angekündigt, nicht mehr zu kandidieren. Aktuell haben sich vier Kandidaten für das Amt beworben.

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Auf den neuen Premierminister warten große Aufgaben, die Wirtschaft des Landes leidet unter der Corona-Pandemie, die das Land immer noch nicht unter Kontrolle hat. Die wirtschaftlichen Positionen der Kandidaten liegen daher besonders im Fokus, denn es gilt die Wirtschaft wieder anzukurbeln, um die Auswirkungen für die Menschen schnell zu mindern.

Taro Kono – mehr ausländische Arbeitnehmer und sinkende Ausgaben

Taro Kono ist der Rebell und der unbeliebteste Kandidat in der LDP, seine Ankündigung, sich als Kandidat aufzustellen, kam überraschend. Als Minister für Verwaltungsreform und Deregulierung hat Kono dazu aufgerufen, verschwenderische Ausgaben in Bereichen wie den steigenden medizinischen Gebühren in Japan zu reduzieren.

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Außerdem will Kono mehr ausländische Arbeitskräfte ins Land lassen, um den Arbeitskräftemangel zu bekämpfen. Dies wäre ein radikaler Richtungswechsel für das Land.

Als Leiter eines Gremiums für Verwaltungsreformen im Jahr 2017 forderte Kono die BOJ auf, sich klarer zu einer Ausstiegsstrategie aus der lockeren Geldpolitik zu äußern. Er sagte, je länger die BOJ ihre Bilanz ausweitet, desto schwieriger wird der Ausstieg.

Fumio Kishida – mehr Wohlstand für die Menschen

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Kishida war Außenminister für Japan und hat als Banker gearbeitet und bereits einmal bei den Wahlen zum Parteivorsitzenden der LDP teilgenommen. Er hat bereits erklärt, dass die Haushaltskonsolidierung eine wichtige Säule seiner politischen Arbeit nach den Wahlen sein wird.

Zudem kritisiert er auch die anhaltende lockere Geldpolitik der Bank of Japan. Bereits 2018 sagte Kishida, das die BOJ sich Gedanken darüber machen muss, wann sie die Geldpolitik normalisieren wird, da nur wenige Leute glauben, dass die derzeitige Position ewig andauern kann.

Zur aktuellen wirtschaftlichen Situation sagte der Politiker, dass Japan die extrem niedrigen Zinssätze vorerst beibehalten und ein Konjunkturpaket im Wert von mehreren Billionen Yen auf den Weg schicken muss.

Allerdings wies er auch darauf hin, dass Japan seine strukturellen Probleme nicht allein durch Wachstum läsen könne. Damit distanzierte er sich deutlich von den „„Abenomics““ des ehemaligen Premierministers Shinzo Abe, der Japan durch ein schnelles Wachstum und hohe Steuereinnahmen aus der Rezession gezogen hat.

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Ein weiterer großer Unterschied zwischen Kishida und die aktuelle Regierungspolitik ist, dass der Politiker immer wieder betont, dass mehr Wohlstand bei den Menschen ankommen muss. Die „Abenomics“ konzentrierte sich auf die Steigerung der Gewinne der Unternehmen, in der Hoffnung, dass so auch etwas bei der arbeitenden Bevölkerung ankommt.

Sanae Takaichi – nach den Wahlen festhalten an den „Abenomics“

Sanae Takaichi war Innenministerin und enge Mitarbeiterin von Shinzo Abe. Sie erklärte, dass sie im Falle nach den Wahlen die „Abenomics“ überarbeiten will. Außerdem setzt sie auf geldpolitische Lockerungen.

Laut Takaichi sollte es Japans Ziel sein, mit der Schuldenrückzahlung solange zu warten, bis die Inflation das 2-Prozent-Ziel der Bank of Japan erreicht hat. Außerdem sollte das Land mehr Staatsanleihen ausgeben, um Investitionen in Wachstumsbereiche zu finanzieren, da man sich angesichts der niedrigen Kreditkosten und er Fähigkeit der Zentralbank Geld zu drücken,  keine Sorgen um einen Ausfall der Schulden machen müsse.

Shigeru Ishiba – großer Kritiker der Politik von Abe

Shigeru Ishiba war Verteidigungsminister und ist ein eingeschworener Gegner von Abe. Er kritisiert die „Abenomics“ und ist der Meinung, dass sie die Aktienbesitzer reich gemacht haben, indem die Aktienkurse in die Höhe getrieben wurden, aber bei den Arbeitnehmern ist nur wenig angekommen.

Ishiba kritisiert zudem die niedrigen Zinssätze der Bank of Japan, da sie den regionalen Banken schaden und fordert höhere Ausgaben für öffentliche Arbeit, um die Ungleichheit zu beseitigen.

Außerdem sieht er Japans fiskalische und geldpolitische Stimmalterungsmaßnahmen zwar kritisch, aber er sagt auch, dass sie mittlerweile so umfangreich geworden sind, dass eine Änderung die Wirtschaft destabilisieren könne.

Insgesamt ist er der Meinung, dass jegliche Hilfe auf Haushalte und kleine Unternehmen ausgerichtet sein sollte, die am stärksten von der Pandemie betroffen sind.

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