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Wahlen in Japan: LDP als einzige gegen unterschiedliche Nachnamen bei Ehepaaren

Als einzige Partei in Japan sträubt sich die LDP, unterschiedliche Nachnamen bei Ehepaaren erlauben zu wollen.

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Japans Premierminister Fumio Kishida sagte in einem TV-Interview am 19. Oktober, dass es nicht notwendig sei, in der Gesellschaft als ganzes darüber zu diskutieren, bevor die Partei dieses System akzeptiert. „Ich möchte, dass wir unsere Diskussion darüber fortsetzten“, so Kishida.

Wahlprogramm der LDP enthält als einziges keinen Abschnitt zu doppelten Nachnamen

Die LDP hat sich in ihrem Wahlprogramm für die Parlamentswahlen am 31. Oktober nicht dazu geäußert, wie sie zu den unterschiedlichen Nachnamen bei Ehepaaren steht.

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Insbesondere die Konservativen innerhalb der Partei lehnen dies ab und bestehen darauf, dass man zwar im Geschäftsleben seinen Nachnamen weiterhin benutzen kann, aber rechtlich der gleiche Nachname ins Familienregister eingetragen werden muss.

Die Komeito, der Koalitionspartner der LDP, steht unterschiedlichen Nachnamen positiver gegenüber. Vorsitzender Natsuo Yamaguchi sagte im gleichen TV-Interview: „Die Zahl derer, die das System akzeptieren, hat zugenommen, sogar innerhalb der LDP. Auch in der Öffentlichkeit gibt es eine breite Unterstützung dafür. Wir möchten, dass jeder in der LDP die veränderten Einstellungen der Gesellschaft und der japanischen Öffentlichkeit akzeptiert, damit wir so schnell wie möglich einen Konsens finden können.“

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Auch bei der Opposition ist man offen für dieses System. Der Vorsitzende der Konstitutionellen Demokratischen Partei Japans (CDP), Yukio Edano, hat ausdrücklich erklärt: „Die Einführung eines fakultativen Nachnamensystems hat für mich höchste Priorität.“ Der Chef der Kommunistischen Partei Japans (JCP), Kazuo Shii, sagte in seiner ersten Wahlkampfrede am 19. Oktober: „Das optionale Nachnamensystem ist zu einem der Hauptstreitpunkte geworden.“

Regierungspartei auch gegen die Ehe für alle

Die Demokratische Partei für das Volk (DPFP), die Sozialdemokratische Partei (SDP) und Reiwa Shinsengumi fordern ebenfalls die Einführung der doppelten Nachnamen für Ehepaare. Sogar die konservative Oppositionspartei Nippon Ishin no Kai (Japanische Innovationspartei), die eine überparteiliche Zusammenarbeit mit der Regierungskoalition vermieden hat, hat sich dafür ausgesprochen.

Die Skepsis der LDP zeigt sich auch bei dem Thema gleichgeschlechtliche Ehe, die in der Bevölkerung große Zustimmung hat. Alle anderen Parteien haben in ihre Wahlprogramme stehen, dass sie die gleichgeschlechtliche Ehe in Japan möglich machen wollen. Bei der LDP hingegen steht dazu nichts.

Allgemein ist die Mehrheit der Mitglieder negativ gegen die Ehe für alle eingestellt.

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