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Überarbeitung des Sozialversicherungssystem

Wahlen in Japan: Soziale Sicherheit rückt in den Fokus

AS: Bei den anstehenden Wahlen in Japan wurden bereits viele Themen angesprochen, allerdings wurde bisher die soziale Sicherheit bei den meisten Kandidaten nur am Rand erwähnt.

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Mittlerweile rückt das Thema allerdings in den Fokus, Minister Taro Kono hat während einer Debatte im Japan National Press Club eine umfassende Überarbeitung des Sozialversicherungssystems in Japan vorgeschlagen, um die Altersarmut zu bekämpfen.

Soziale Sicherheit muss im hohen Alter gewährleistet werden

Laut Kono sollten der Staat Menschen, die wegen eines zu geringen Einkommens nicht in der Lage sind, den vollen Beitrag in die Rentenversicherung einzuzahlen, ein Mindestmaß an Sozialversicherungsbeiträgen garantiert werden, indem die Einnahmen aus der Verbrauchssteuer abgeschöpft werden. So soll die soziale Sicherheit deutlich erhöht werden.

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Das japanische Rentensystem besteht aus drei Stufen. Die erste Stufe ist die Grundrente, gefolgt von Arbeitnehmer- und Betriebsrentenbeiträgen.

Für die Grundrente muss eine Einzelperson im Jahr 2021 monatliche Beiträge in Höhe von 16.110 Yen (ca. 124,91 Euro) zahlen. Die Beiträge müssen 40 Jahre lang zwischen dem 20. und 59. Lebensjahr gezahlt werden, um mit 65 Jahren die volle Grundrente zu erhalten. Für das Geschäftsjahr 2021 beträgt die monatliche Auszahlungshöhe 65.000 Yen (ca. 503,96 Euro).

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Die Auszahlung der Grundrente wird durch Beitragszahlungen und Verbrauchssteuereinnahmen finanziert.

Wer nicht in der Lage ist, den vollen Beitrag einzuzahlen, erhält dementsprechend eine geringere Auszahlung, das eigentlich die Altersarmut garantiert.

Konos Vorschlag, ein System einzuführen, das unabhängig von der Höhe der geleisteten Beiträge ein Minimum an sozialer Sicherheit garantiert, zielt darauf ab, eine Lücke im Sicherheitsnetz zu schließen, um diesen Menschen das Überleben im Alter zu sichern.

Auf die Frage, wie er das geplante System finanzieren wolle, sagte Kono: „Wir können dazu beitragen, die Summe der Grundrentenleistungen einzudämmen, indem wir denjenigen keine Leistungen zahlen, die über ein bestimmtes Einkommen und Vermögen verfügen.“

Immer mehr Menschen können sich den Betrag zur Grundrente nicht leisten

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Tatsache ist, dass viele Menschen sich die Beiträge zur Grundrente in Japan nicht leisten können und andere keine andere Wahl haben, als Sozialhilfe in Anspruch zu nehmen.

Ein weiterer Faktor, der eine Änderung unabdingbar macht, ist, dass die Leistungen der Grundrente im Rahmen des bestehenden Systems voraussichtlich sinken werden, da sie durch die Beiträge einer schrumpfenden Zahl von Menschen, die noch arbeiten, finanziert wird. Schon jetzt ist die Grundrente sehr niedrig und reicht oft nicht mehr zum Leben aus.

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