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Betrunkene stellen eine Gefahr für sich und den Verkehr dar

Polizei von Okinawa kämpft gegen schlafende Menschen auf der Straße an

Wer abends durch Japans Unterhaltungsviertel läuft, wird über die eine oder andere Schnapsleiche stolpern. Betrunkene, schlafende Leute auf der Straße sind tatsächlich nichts Ungewöhnliches in Japan. Das heißt aber nicht, dass sie kein Problem sind. Die Polizei von Okinawa versucht aktuell gegen das Phänomen vorzugehen, was langsam ausartet.

Die Präfektur-Polizei von Okinawa gab an, dass allein 2019 7.221 Fälle gemeldet wurden, wo Personen auf der Straße schliefen. Bei einigen kam es dabei zu tödlichen Unfällen. Das Phänomen der schlafenden Menschen ist dabei so weit in Japan verbreitet, dass es einen eigenen Namen hat und als rojo-ne bekannt ist.

Nickerchen enden teilweise tödlich

Die Polizei selbst ist nicht sicher, warum die Personen ausgerechnet auf der Straße ihren Rausch ausschlafen müssen. Sie vermuten, dass es vielleicht am warmen Klima oder der lockeren Art der Bewohner der Gegend liegt. Dafür spricht unter anderem, dass einige Personen den Bordstein als Kissen verwenden, da er kühl und bequem ist.

In Okinawa trinken die Menschen sehr gerne Alkohol, vor allem ein Getränk mit dem Namen Awamori. Die Polizei geht davon aus, dass das in Kombination mit den durchschnittlichen 20 Grad Celsius auch mit dem Phänomen zusammenhängen kann.

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Die Präfektur-Polizei erklärte, dass sie vermutlich die einzige Region sind, die Daten zu rojo-ne sammelt. Es sei deswegen schwierig die Situation in Okinawa mit anderen Präfekturen zu vergleichen. In vielen Fällen schlafen die Menschen nämlich nicht auf dem Bürgersteig, sondern wirklich direkt auf der Straße. In 16 Fällen kam es 2019 zu Unfällen. In drei Fällen wurden Männer von einem Auto überfahren und starben an den Folgen des Unfalls.

Zahlen sinken nicht

Die aktuellen Zahlen sehen dabei nicht unbedingt besser aus. Obwohl Okinawa die Menschen darum bittet, wegen Covid-19 drinnen zu bleiben, wurden zwischen Januar und Juni 2.702 Fälle gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahr ist das kaum ein Unterschied. Zu den Fällen gab es zwei Verkehrsunfällen und mindestens einen Raubüberfall.

Die Polizei versucht so gut es geht tödliche Unfälle zu verhindern, indem sie Personen wecken und bitten nach Hause zu gehen. In einigen Fällen nehmen sie Betrunkene in Gewahrsam, wenn sie zu betrunken sind.

Zu den allgemeinen Zahlen gibt es gleichermaßen Meldungen über Betrunkene in Unterhaltungsvierteln. Unter anderem gibt es Fälle von Diebstählen und mindestens eine Person hat einen Kampf mit einem Passanten angefangen, nachdem er geweckt wurde. In einigen Fällen zogen sich Frauen aus, da sie fälschlicherweise dachten, dass sie zu Hause sind.

Um stärker gegen das Phänomen vorzugehen, gibt es bereits Warnungen zu rojo-ne im Radio. Die Yaeyama Police Station veranstaltete hingegen eine Fotoausstellung zu dem Thema in der Stadthalle von Ishigaki, um auf das Problem aufmerksam zu machen. Zusätzlich wurden bereits verschiedene Maßnahmen ausprobiert, um auf das Problem der schlafenden Menschen auf der Straße aufmerksam zu machen.

Betrunkene begehen Straftat

Bis jetzt wird jedoch kaum eine Verbesserung verzeichnet. Aus diesem Grund soll nun härter durchgegriffen werden. Unter anderem wird stärker gegen Gewohnheitstäter vorgegangen. Denn tatsächlich handelt es sich nach dem 76. Artikel des Straßenverkehrsgesetzes um eine Straftat.

Es ist Personen verboten auf der Straße zu liegen, sodass sie den Verkehr behindern. Tätern kann eine Strafe von bis zu 397 Euro drohen. Dieses Gesetz will Okinawa nun härter durchsetzen. Die Polizei will vermehrt Verhaftungen durchführen und mehr mit der Staatsanwaltschaft zusammenarbeiten.

Okinawas Polizei macht deutlich, dass sie nichts gegen Alkohol haben. Er ist nicht schlecht, aber der übermäßige Konsum davon. Sie fordern die Bewohner auf, dass sie angemessen trinken. Dann gibt es nämlich keine Probleme für sie und die Autofahrer.

MS

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