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Unternehmen geraten in Probleme

Preiserhöhungen treffen das tägliche Leben in Japan

Die steigenden Rohstoffpreise und der schwache Yen sorgen für Preiserhöhungen in Japan, die jeden Bereich betreffen.

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Laut des Ministeriums für innere Angelegenheiten und Kommunikation ist der Verbraucherpreisindex in Japan im April um 2,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Der stärkste Anstieg seit mehr als 14 Jahren.

100-Yen-Shops bieten immer weniger Ware für 100 Yen an

Durch die Preiserhöhungen steht der Markt der 100-Yen-Länden, vergleichbar mit den 1 Euro Läden in Deutschland, vor einem Umbruch. Der Umsatz der Branche liegt bei ca. 1 Billion Yen (ca. 7,4 Milliarden Euro) im Jahr, doch der Preisdruck macht sich immer mehr bemerkbar.

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In 100-Yen-Läden wird eine große Vielfalt an billigen Artikeln des täglichen Bedarfs verkauft, von Lebensmitteln und Geschirr bis hin zu Schreibwaren und Spielzeug, daher sind sie bei den Verbrauchern sehr beliebt.

Für die Betreiber solcher Läden ist die Situation schwierig, denn die Preise sind kaum noch zu halten. Die meisten Produkte werden importiert, doch die Importkosten sind deutlich gestiegen und steigen auch weiterhin. Rabatte auszuhandeln wird immer schwieriger, da auch die Vertriebshändler unter immer größerem Preisdruck stehen.

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Innerhalb der Branche sind immer mehr 100-Yen-Länden nicht mehr in der Lage, Waren zu Preisen zu beschaffen, die für 100 Yen weiterverkauft werden können. Daher wird der Bestand an teurer Ware aufgestockt, was wiederum Kunden abschreckt.

Auch die beliebten Cafés sind betroffen

Viele Menschen in Japan gehen gerne in ein Café, das „Morgenmenüs“ zum Kaffee anbietet. Doch auch dort machen sich die Preiserhöhungen bemerkbar. Viele Cafés erhöhen wegen gestiegener Importkosten ebenfalls ihre Preise.

So ist der internationale Preis für Kaffeebohnen aufgrund des schlechten Wetters im Hauptproduktionsland Brasilien hoch und der schwache Yen hat die Situation noch verschlimmert. Auch Mehl und Speiseöl sind deutlich teurer geworden.

In einem sehr ungewöhnlichen Schritt rief die Gewerkschaft der Coffeeshops in der Präfektur Gifu ihre Mitglieder dazu auf, nicht zu zögern und die Preise zu erhöhen. Die Gewerkschaft erklärte: „Wenn die Preise gleich bleiben, könnten mehr Geschäfte gezwungen sein, zu schließen“.

Die Frühstückskultur in den Cafés der Region gerät angesichts der landesweiten Preiserhöhungen ins Wanken.

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