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Forschungsinstitut wird Material betreuen

Preisgekrönter Autor übergibt Manuskripte an Universität von Tokyo

Akademiker weltweit werden zukünftig mit Manuskripten und anderen Materialien des Schriftstellers Kenzaburo Oe arbeiten dürfen. Der Autor hat der Universität von Tokyo unter anderem mehr als 10 000 Seiten seiner handgeschriebenen Manuskripte übergeben.

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Es handelt sich um eine der größten Sammlungen handschriftlicher Entwürfe eines Schriftstellers, kommentierte ein Sprecher der Universität in Tokyo. Oe (86) war einst selbst Student an dieser Hochschule. Mit seinen Manuskripten leistet er einen Beitrag für das geplante universitäre Forschungszentrum.

Manuskripte und weitere Materialien übergeben

Die Übergabe der Manuskripte ist zeitgleich eine Premiere für die Universität. Es ist das erste Mal, dass die Sammlung eines Schriftstellers angenommen wird, welche hauptsächlich aus handschriftlichen Dokumenten besteht. Das Institut erhielt 50 Dokumente, die in Zusammenhang mit Oe stehen, sowie 86 weitere Materialien, darunter Manuskripte und Rohfassungen.

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Geplant ist, die übergebenen Werke im Forschungszentrum mit dem vorläufigen Namen „Oe Kenzaburo Bunko“ innerhalb der Fakultät für Literatur aufzubewahren und zu verwalten. Verantwortlich für den Betrieb sein werden die Labore für japanische und französische Literatur der Uni.

Das handschriftliche Manuskript von "Stolz der Toten" aus dem Jahr 1957 ist eines der zahlreichen Manuskripte, die Oe der Universität zur Verfügung stellt. (zur Verfügung gestellt von der Graduiertenschule für Geisteswissenschaften und Soziologie und der Fakultät für Geisteswissenschaften der Universität Tokio).
Das handschriftliche Manuskript von „Stolz der Toten“ aus dem Jahr 1957 ist eines der zahlreichen Manuskripte, die Oe der Universität zur Verfügung stellt. (zur Verfügung gestellt von der Graduiertenschule für Geisteswissenschaften und Soziologie und der Fakultät für Geisteswissenschaften der Universität Tokio). Foto: Asahi Shimbun

Akademiker innerhalb und außerhalb Japans sollen die Materialien als Referenz für ihre Arbeit nutzen dürfen. Das eröffne Literatur-Experten weltweit neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit in Bezug auf Oes Arbeiten, sagt Kenichi Abe, ein außerordentlicher Professor für Literatur an der Universität in Tokyo.

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Unter den von Oe hinterlegten Exemplaren befinden sich „Shisha no Ogori“ (Stolz der Toten), ein frühes Kurzstück, das 1957 als Student entstand; „Dojidai Gemu“ (Spiel der Zeitgenossenschaft), seine repräsentative Erzählung aus der Zwischenzeit, die 1979 erschien, und „Bannen Yoshikishu“ (Im späten Stil) von 2013.

Kodansha veröffentlichte Oes Gesamtwerk

Bis zum Zeitpunkt der Übergabe an die Universität bewahrte Oe die Manuskripte teilweise Zuhause sowie bei den Verlagen Kodansha Ltd. und Bungeishunju Ltd. auf. Nachdem Kodansha das Gesamtwerk von Oe veröffentlicht hatte, einigten sich der Autor und andere Beteiligte darauf, die Dokumente der Universität Tokio anzuvertrauen.

Kanzaburo Oe, geboren am 31. Januar 1935 in Ōse, feierte sein Debüt als Schriftsteller im Jahr 1957 mit dem Roman „Kimyo na Shigoto“ (Das seltsame Werk). Zu diesem Zeitpunkt war er noch Student an der Universität in Tokyo. 1958 gewann Oe den prestigeträchtigen Akutagawa-Preis für „Shiiku“ (Der Fang). Seinen Abschluss machte er ein Jahr später, 1959.

Nobelpreis für Literatur

Oe zählt zu den wichtigsten Schriftstellern seiner Generation. 1994 nahm er den Nobelpreis für Literatur entgegen. Diese Ehre wurde neben Oe auch den in Japan geborenen Schriftstellern Yasunari Kawabata und Kazuo Ishiguro zuteil.

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