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Private Unterkünfte sollen Tourismus in ländlichen Regionen stärken

Traditionelle Hausmannskost, Touren in die Natur und Begegnungen mit Einheimischen: Japan möchte noch mehr Touristen in ländliche Regionen locken und setzt dabei auf Privatunterkünfte mit Erlebnischarakter.

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Japans Touristenboom hält unvermindert an. Über 28 Millionen ausländische Besucher reisten im letzten Jahr ins Land der aufgehenden Sonne – so viele Menschen wie nie zuvor. Weil die Hotelkapazitäten bereits jetzt überlastet sind, sorgen AirBnb-Übernachtungsmöglichkeiten, traditionelle Gasthäuser und private Unterkünfte für Entlastung. Besonderen Aufwind verzeichnen die sogenannten Minpaku, private Häuser und Wohnungen, die für kurze Zeit an Touristen vermietet werden dürfen.

Besonders in Großstädten wie Tokyo, Kyoto und Osaka sind die Minpaku eine beliebte Übernachtungsmöglichkeit. Damit auch ländliche Regionen fortan vom Boom der Privatunterkünfte profitieren, wurde am Mittwoch die sogenannte Japan Countryside Stay Association ins Leben gerufen.

Diese hat sich zum Ziel gesetzt, die sogenannten Nōhaku (Ableitung der jap. Begriffe für Landwirtschaft und Unterkunft) zu fördern und somit den Agrartourismus weiter anzukurbeln. Nach einem Aufenthalt im Nōhaku können Gäste künftig Service, Sauberkeit und Küche bewerten und sich in einem Ratingsystem über ihre Erfahrungen austauschen.

Nōhaku – Übernachtungen mit Erlebnischarakter

Um den Touristen möglichst vielfältige Einblicke in den Lebensalltag der Menschen in ländlichen Regionen zu bieten, sollen die Nōhaku nicht nur Übernachtungen anbieten, sondern auch kulinarische Erlebnisse, Touren in die Umgebung und Begegnungen mit einheimischen Menschen.

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Die Japan Countryside Stay Association soll dabei zwischen Unterkünften, Unternehmen und Banken vermitteln und gleichzeitig dabei helfen, Humanressourcen im Nōhaku-Tourismussektor zu entwickeln.

Die Vermietung von Nōhaku-Privatunterkünften mit Erlebnischarakter könnte die vielerorts fehlende Hotelinfrastruktur ausgleichen und dem Agrartourismus neuen Wachstum bescheren. Schon seit Jahren bemüht sich die japanische Tourismusbehörde darum, Gäste aus dem Ausland von den typischen Reisezielen wie Tokyo, Osaka, Kyoto und Hiroshima wegzulocken und für andere Regionen zu gewinnen. Auch für die von der verheerenden Dreifachkatastrophe in Fukushima betroffenen Regionen in Tohoku sieht die Behörde spezielle Maßnahmen zur Förderung des Fremdenverkehrs vor. Hier liegt der Besucherzuwachs weiter unter dem nationalen Durchschnitt.

Titelbild: Flickr | PhilHendley (BB BY-NC-ND 2.0)

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