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Projekt in Japan schreibt Nachrichten und Manga für geistig Behinderte um

Ein Projekt zur Neugestaltung von Nachrichten, offiziellen Dokumenten und Manga, die für geistig Behinderte normalerweise zu schwierig zu verstehen sind, macht in Japan von sich reden. Eine lokale Bürgerinitiative brachte die Idee einfacher Manga für Behinderte ins Rollen.

Während in Japan vermehrt Rampen und Hilfseinrichtungen für eine größere Barrierefreiheit bei körperlich eingeschränkten Personen sorgen, sind Maßnahmen für geistig Behinderte bisher kaum im Gespräch. Die Bürgerinitiative „Slow Communication“ aus Yokohama begann vor einiger Zeit damit, auf ihrer Webseite Nachrichten zu veröffentlichen, die nur aus kurzen Sätzen bestehen und in Silbenzeichen geschrieben sind, die die Aussprache erleichtern.

In der Regel kommen die Sätze ohne Doppel-Negation oder Metaphern aus, auch Zeilenumbrüche gibt es kaum. Außerdem lässt sich über einen einfachen Tastendruck eine Audioversion abrufen, die ebenfalls sehr langsam gelesen wird.

„Slow Communication“ entstand vor drei Jahren als Gemeinschaftsprojekt von Hochschullehrern und Zeitungsreportern. Ziel der Aktion war es, Informationen so bereitzustellen, dass auch geistig Behinderte sie verstehen und so in das gesellschaftliche Leben einbezogen werden.

Nachrichten für geistig Behinderte
Bild: Slow Communication

Auch ganze Vorträge zu verschiedenen sozialen Themen sind auf diesem Niveau bereits entstanden. Ein 46-jähriger Japaner, der selbst geistig behindert ist, unterstützt die Arbeit der Gruppe. Er erklärt, wie schwer normale Nachrichten für ihn zu verstehen sind. Wenn über diese Themen gesprochen wurde, war er jedes Mal traurig, weil er nicht mitreden konnte. „Slow Communication“ hilft ihm, sich an normalen Gesprächen zu beteiligen.

Die Stadtverwaltung von Yokohama arbeitet ebenfalls mit der Gruppe zusammen und ließ Dokumente für geistig behinderte Menschen überarbeiten. Broschüren, die Angebote für Behinderte vorstellen, können seitdem von allen verstanden werden. Über eine Anpassung der dazu gehörenden Antragsunterlagen wird gerade diskutiert.

Es gibt auch weitere Pläne, Manga umzugestalten. Traditionelle Manga werden von rechts nach links und oben nach unten gelesen. Viele sind mit zahlreichen Sprechblasen und weiteren Informationen zur Umgebung der Handlung umgeben. Kazuma Yoshimura, Professor für Manga-Studien an der Seika Universität in Kyoto, sagt, viele gehen davon aus, dass Manga leicht zu verstehen seien, was allerdings nicht für alle Leser der Fall sei.

Yoshimura arbeitet in einer Forschungsgruppe mit, die zwei Manga-Skripte parallel erstellt. Eines so, wie wir es auch hier in Deutschland kennen und ein weiteres Panel, das über ein vereinfachtes Layout und weniger Sprache verfügt. Im vergangenen Jahr veröffentlichte der japanische Verlag Jusonbo ein Buch mit dem Titel An Invitation to LL Manga. Darin geht es darum, leicht verständliche Manga für Menschen mit geistiger Behinderung zu produzieren.

Die Ergebnisse sind so einfach gehalten, dass sogar Nicht-Japaner die Geschichten verstehen. So will die Arbeitsgruppe für eine Gesellschaft kämpfen, die auch Menschen mit geistiger Behinderung voll integriert. Allerdings ist das Team weiterhin auf Hilfe angewiesen, denn kommerzielle Veröffentlichungen sind nur mit Unterstützung Dritter realisierbar.

Quelle: Kyodo News

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