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Prozess gegen Mutter, die Misshandlungen an ihrem Kind nicht unterbunden hat, beginnt

Das fünfjährige Mädchen starb im März 2018 an einer Sepsis

Am Dienstag begann die Gerichtsverhandlung über den Tod eines fünfjährigen Mädchens im März 2018. Am ersten Tag der Verhandlung gab die Mutter des Mädchens zu, dass sie ihre elterlichen Sorgfaltspflichten gegenüber dem Kind vernachlässigt habe. Die Verhandlung wird scharf beobachtet, da dieser Fall Japan veranlasst hat, die Gesetze zum besseren Schutz von Kindern zu überarbeiten.

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Yuri Funato, 27, steht im Verdacht, den Tod ihrer Tochter durch eine Sepsis verursacht zu haben. Seit Ende Januar 2018 sei das Kind nicht mehr richtig versorgt worden und habe eine Lungenentzündung bekommen. Die Mutter brachte ihr Kind daraufhin aber nicht in ein Krankenhaus. Zudem sei das Kind häufig von seinem Vater körperlich misshandelt worden, doch auch nach solchen Vorfällen brachte die Mutter das Kind nicht ins Krankenhaus.

Mutter wusste angeblich nichts von Misshandlungen

Die Staatsanwaltschaft berichtete, dass die Tochter nur ein oder zwei Tassen Suppe pro Tag erhielt und wiederholt angegriffen wurde, so wurde sie zum Beispiel mit kaltem Wasser übergossen. Funato leugnete, von den Misshandlungen durch den Vater gewusst zu haben. „Ich wusste nicht, dass mein Mann Yua geschlagen hatte“, sagte eine weinende Funato vor dem Bezirksgericht Tokio und fügte hinzu, dass sie „zu viel Angst vor Repressalien“ des Vaters hatte, um den Behörden etwas zu melden.

Die Verteidiger von Funato sagten, dass sie verantwortlich sei, da sie die Misshandlungen ihres Mannes am Kind nicht gestoppt habe. Gleichzeitig wiesen sie aber auch darauf hin, dass dies schwierig für sie gewesen sei, da sie selbst seinem anhaltenden psychologischen Missbrauch ausgesetzt war und unter seiner starken Kontrolle stand. Funato wirkte am ersten Gerichtstag sehr mitgenommen, worauf auch der vorsitzende Richter das Verlesen der Anklagepunkte unterband. Funato habe kurz vor dem Hyperventilieren gestanden. Der Prozess gegen ihren Mann, der wegen der Angriffe auf die Tochter und fahrlässiger Tötung angeklagt wird, beginnt im Oktober.

Kind wog acht Kilogramm zu wenig und beklagte Misshandlungen

Das Mädchen wog zum Zeitpunkt seines Todes etwa 12 Kilogramm, weit weniger als der 20-kg-Durchschnitt der Kinder ihres Alters. Sie hinterließ Notizen, in denen sie verzweifelt darum bat, dass ihre Eltern ihr „vergeben“ und aufhören, sie zu misshandeln. Der Tod von Yua am 2. März 2018 erregte landesweite Aufmerksamkeit und veranlasste Japan, im Juni überarbeitete Gesetze zu erlassen, die Eltern und anderen Erziehungsberechtigten verbieten, Kinder körperlich zu bestrafen und die Fähigkeit der Kinderhilfszentren stärken, in Missbrauchsfällen einzugreifen.

Das Kind hatte in der Präfektur Kagawa in West-Japan gelebt, bevor es im Januar 2018 mit seiner Mutter und seinem jüngeren Bruder nach Tokyo zog, um sich dem Vater anzuschließen, der früher dorthin gezogen war. Sie war zweimal in die Obhut  einer Kindertagesstätte in Kagawa genommen worden. Ein anderes Zentrum in Tokyo versuchte im Februar letzten Jahres, Yua zu überprüfen, aber die Mutter weigerte sich, die Beamten einzulassen. Ein Gremium des Sozialministeriums, das sich mit der Angelegenheit befasste, kam in einem Bericht im Oktober zu dem Schluss, dass es keine ausreichende Verbindung zwischen den beiden Zentren gegeben habe.

Quelle: kyodo

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