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Keine Kapazitäten zur Zwischenlagerung

Radioaktives Wasser aus Fukushima Daiichi soll trotz Tests direkt ins Meer geleitet werden

Das Wasser aus dem havarierten Kernkraftwerk Fukushima Daiichi soll ins Meer geleitet werden, bevor die Testergebnisse über die Konzentration von radioaktivem Tritium vorliegen.

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Laut Tepco ist die Ableitung ins Meer notwendig, da die Zeit, bis die Ergebnisse des Tests vorliegen, lange dauern und es keinen Platz gibt, das verdünnte Kühlwasser in dieser Zeit zwischenzulagern.

Wasser soll so weit wie möglich gereinigt werden

Die japanische Regierung beschloss im April, dass das Kühlwasser auf dem Atomkraftwerk Fukushima Daiichi ins Meer geleitet werden soll. Der Plan wurde bereits im vergangenen Jahr vorgeschlagen.

Das Wasser wird in Tanks auf dem Gelände des Atomkraftwerks gelagert und enthält 64 radioaktive Substanzen, wobei die Konzentration von einigen Substanzen die Standards der japanischen Regierung für die Einleitung ins Meer überschreiten. Diese Substanzen werden durch das Advanced Liquid Processing System (ALPS) reduziert.

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Allerdings ist es technologisch schwer, Tritium zu filtern. Daher muss das Kühlwasser vorher mit Meerwasser gemischt und so um das 100-fache verdünnt werden, bis die Konzentration von Tritium unter 1.500 Becquerel pro Liter liegt. Um die Werte zu überprüfen werden direkt an der Stelle, an dem das Kühlwasser ins Meer geleitet wird, Proben genommen.

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Die Auswertung dieser Proben dauert allerdings bis zu einem Tag, was laut Tepco dazu führt, dass man das Wasser zwischenlagern müsste. Diese Lagerkapazitäten sind allerdings nicht verfügbar.

Sollten die Testergebnisse zeigen, dass die Werte über 1.500 Becquerel pro Liter liegen, ist es daher unmöglich etwas zu unternehmen.

Freisetzung soll in zwei Jahren beginnen

Laut eigenen Angaben will Tepco der japanischen Atomaufsichtsbehörde (NRA) demnächst einen Plan vorlegen, der den Prozess des Freisetzten genau beschreibt, bevor man mit der Freisetzung in etwa zwei Jahren beginnen will.

Gegen die Freisetzung gibt es allerdings nationalen und internationalen Widerstand.

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In Fukushima ansässige Fischer beklagen, dass die Freisetzung dazu führen wird, dass das Vertrauen der Verbraucher wieder einbrechen wird. Zudem gibt es Proteste seitens Südkorea und China, die zurzeit prüfen, ob man Klage vor dem internationalen Seegerichtshof einreichen wird.

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