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Raucher halten sich nicht an Corona-Maßnahmen

Raucherräume in Japans Parlament sind Virenschleudern

Mit verschiedenen Regeln versucht Japan die Ausbreitung von Covid-19 zu verhindern. Auch in den Regierungseinrichtungen gibt es die Regelungen, bei denen jedoch ab und zu eine Ausnahme gemacht. Dazu gehören Raucherräume, die regelrechte Virenschleudern sind.

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Aufgrund des neuen Rauchergesetzes darf in den Gebäuden der Abgeordneten nur noch in bestimmten Räumlichkeiten geraucht werden. Dafür wurden eigens transparente Rauchkabinen aufgestellt, die unter anderem am Eingang der Kammer des Unterhauses im Parlamentsgebäude zu finden sind.

Raucher halten sich nicht an die drei Cs

In der Zeit der Pandemie haben sich die Raucherräume aber als regelrechte Virenschleudern herausgestellt, da sich in ihnen nicht an die Maßnahmen gehalten werden muss. Direkt im Parlament wird immer an die drei Cs erinnert. Die besagen, dass man geschlossene Räume, überfüllte Orte und dichten Kontakt meiden soll. In den Raucherboxen ist nichts davon möglich. Zusätzlich sprechen die Menschen miteiander, ohne eine Maske zu tragen.

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Es ist deswegen nicht verwunderlich, dass die Kabinen gefährlich sind. Ein Expertengremium der Zentralregierung hat im Rahmen einer Untersuchung fünf Orte aufgelistet, bei denen es ein besonderes hohes Infektionsrisiko gibt. Raucherbereiche standen dabei auch auf der Liste.

Gegen diese Sonderbehandlung wollen nun einige Abgeordnete vorgehen. Takae Ito, ein Mitglied des Oberhauses der Demokratischen Partei für das Volk der Opposition, gab gegenüber den Haushaltsausschuss des Oberhauses an, dass die Raucherboxen problematisch sind. Sie zeigen dazu, dass das Parlament seinen Kontakt zur Öffentlichkeit verloren hat.

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Yuichiro Tamaki, Vorsitzender der Demokratischen Partei für das Volk, fand bei einer Pressekonferenz am 4. Februar noch härtere Worte. Die Regierung habe die Bevölkerung gezwungen, zu Hause zu arbeiten und auf das Essengehen zu verzichten. Die Regierung sollte deswegen auch seinen Beitrag leisten und die Raucherräume aus dem Grund entfernen lassen.

Maßnahmen für Raucherräume seien angeblich ausreichend

Dass die Menschen sich nicht an die Regeln halten und keine Maske tragen bezeichnete Takaji Wakita, Leiter des Nationalen Instituts für Infektionskrankheiten, während einer Sitzung des Oberhauses als großes Risiko. Davon wollte das Unterhaus aber nichts wissen.

Laut ihnen gebe es kein Problem, weil es am Eingang der Raucherräume Hinweise gibt, die darum bitten, beim Rauchen einen angemessenen Abstand zu halten. Ebenfalls wurden Trennwände angebracht, damit Personen alleine für sich rauchen, um das Ansteckungsrisiko zu senken.

Dass das ein ziemlich schwaches Argument ist, zeigt schon das Anti-Rauchergesetz selbst. Obwohl es in den Räumlichkeiten strikt verboten ist zu rauchen, um Passivrauchen zu verhindern, halten sich viele Politiker nicht daran und rauchen weiterhin in ihren Büros.

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