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HomeNachrichten aus JapanReaktor Nr. 1 des Atomkraftwerks in Fukushima übersteht kein weiteres Erdbeben

Erdbebensicherheit nicht mehr vorhanden

Reaktor Nr. 1 des Atomkraftwerks in Fukushima übersteht kein weiteres Erdbeben

Laut Experten übersteht der Reaktor Nr. 1 des Atomkraftwerks Fukushima Daiichi kein weiteres schweres Erdbeben mehr. Aufnahmen eines Roboters zeigen, dass das vom Fundament des Reaktors, der 2011 havarierte, nur noch ein Metallgerüst übrig ist.

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Die Region wurde zuletzt im März von einem Erdbeben erschüttert und die Experten rechnen damit, dass es nicht lange dauern wird, bis ein erneutes Erdbeben auftreten wird.

Struktur des Reaktor-Sockels kann nicht mehr als sicher bezeichnet werden

Ein Sprecher der Behörde für natürliche Ressourcen und Energie, sagte auf einer Pressekonferenz, dass die übrig gebliebene Struktur nicht mehr als sicher bezeichnet werden kann, da von einem großen Teil des Betonsockels nur noch das Metallgerüst übrig ist.

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Toyoshi Fuketa, Vorsitzender der japanischen Atomaufsichtsbehörde, sagte einen Tag zuvor: „Wir sind besorgt, ob der Reaktor einem starken Beben noch einmal standhalten kann.“

Die japanischen Behörden gehen davon aus, dass die Kernschmelze im Reaktor Nr. 1 dazu geführt hat, dass der größte Teil des Brennstoffs durch den Boden des Druckbehälters geschmolzen ist. Der Betreiber der Anlage, Tokyo Electric Power, vermutet, dass die enorme Hitze des Kernbrennstoffs den Beton des Sockels, der den Druckbehälter trägt, geschmolzen haben könnte.

Vom Betonsockel des Reaktors ist nicht mehr viel übrig
Vom Betonsockel des Reaktors ist nicht mehr viel übrig. Bild: IRID und Hitachi-GE Nuclear Energy
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Der zylindrische Sockel ist 1,2m dick und hat einen Durchmesser von etwa 6m. Er stützt den Druckbehälter, der etwa 440 Tonnen wiegt.

In einer Schätzung des Internationalen Forschungsinstituts für die Stilllegung von Kernkraftwerken aus dem Jahr 2016 hieß es, dass die seismische Widerstandsfähigkeit der Struktur selbst dann kein Problem darstellen würde, wenn ein Viertel des Sockels strukturell beeinträchtigt wäre und weitere Schäden im Inneren des Druckbehälters auftreten würden.

Auf den aktuellen Fotos sind jedoch nur etwa 25 Prozent des Sockels zu sehen, was die Behörden zu der Vermutung veranlasste, dass der Beton um den gesamten Sockel geschmolzen sei.

Immer wieder Erdbeben in Fukushima

TEPCO plant nun einen weiteren Roboter zu entsenden, der das Innere des Reaktors fotografieren soll, um die Erdbebensicherheit der Struktur besser beurteilen zu können.

Im Februar 2021 und im März 2022 kam es vor der Küste der Präfektur zu Beben, die mit einer Intensität über Stufe 6 auf Japans Erdbebenskala eingestuft wurden.

Ein weiteres Beben könnte dazu führen, dass der Druckbehälter umkippt, was die Arbeiten zur Entfernung des geschmolzenen Brennstoffs erheblich erschweren und den Zeitplan deutlich zurückwerfen würde.

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