Japans Regierung plant Wasserstandsinformation für Bevölkerung bei Hochwasser

Viele Japaner mussten letzten Monat feststellen, dass bei starken Regenfällen die Flüsse schneller über die Ufer treten als angenommen. Das sorgte dafür, dass viele zu spät reagierten und sich nicht rechtzeitig in Sicherheit brachten. Deswegen gibt es jetzt bei der Zentralregierung die Überlegung, Anwohner per Smartphone über die Flüsse auf dem Laufenden zu halten.

Ein Notfall-System soll die Menschen bei starkem Regen regelmäßig über den Wasserstand der nahen Gewässer informieren. So sollen die Bewohner selbst die Lage besser einschätzen können und notfalls schon vor einem Evakuierungsbefehl fliehen. Ersetzten soll es die herkömmlichen Warnsysteme allerdings nicht. Es ist nur als zusätzliche Informationsquelle gedacht.

Aktuell arbeitet die Regierung daran, Krisenmanagement-Wassermessgeräte im ganzen Land zu installieren. Sie sammeln die Informationen für das geplante System. Da die Geräte nur bei einer Überflutungsgefahr zum Einsatz kommen und klein sind, sind sie besonders kostengünstig. Ursprünglich verwendeten lokale Behörden sie, um über den Mobilfunk Wasserpegeldaten und weitere Details zu erhalten.

Ähnliche Systeme gibt es bis jetzt nur an großen Flüssen

River & Basin Integrated Communications bestätigte, dass sich bis zu 186 Geräte in 18 Präfekturen befinden. Bis 2020 will das Landesministerium die Zahl auf 5.800 erhöhen und so 5.000 Flüsse abdecken. Bis das System online geht, muss die Regierung jedoch noch einige Punkte klären. Unter anderem ist noch nicht klar, welche Areale und Bewohner die Daten erhalten sollen und es ist ein Leitfaden nötig, wie die Daten für Evakuierung effektiv genutzt werden können.

Das neue System ist die Reaktion auf die zahlreichen Todesfälle beim Rekordregen im Juli. Viele schätzten die Gefahr nicht richtig ein oder gingen davon aus, dass das Wasser sie nicht erreichen würde. Ein fataler Fehler, der viele Menschen das Leben kostete. Wenn die Bewohner allerdings selbst sehen, wie hoch das Wasser steht, reagieren sie vielleicht anders.

Katastrophenschutz-Reaktionsprogramme sind oft nur auf große Flüsse ausgelegt. Orte neben kleinen oder mittleren Gewässern deckt das System also nicht ab, da das Hochwasserrisiko schwer einzuschätzen ist. Das führte dazu, dass bei einigen Menschen die Warnung zur Evakuierung zu spät kam, sodass die Regierung eine Teilschuld an den vielen Toten trägt.

Quelle: Mainichi Shinbum

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here

Cookie-Einstellung

Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und Werbung einblenden zu können,verwenden wir Cookies. Datenschutz | Impressum

Treffen Sie eine Auswahl um fortzufahren

Ihre Auswahl wurde gespeichert!

Hilfe

Hilfe

Um fortfahren zu können, müssen Sie eine Cookie-Auswahl treffen. Nachfolgend erhalten Sie eine Erläuterung der verschiedenen Optionen und ihrer Bedeutung.

  • Alle Cookies zulassen:
    Jedes Cookie wie z.B. Tracking- und Analytische-Cookies.

Sie können Ihre Cookie-Einstellung jederzeit hier ändern: Datenschutz.

Zurück