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Tradition verbietet Frauen

Rein männlicher Fackellauf in Handa wird nach Protesten zurückgezogen

Die Olympischen Spiele in Japan stehen unter keinem guten Stern und stolpern aktuell von einem Problem ins andere. Auch der Fackellauf hatte keinen einfachen Start. Zusätzlich sorgt er nun erneut für Proteste aus der Bevölkerung, da eine Stadt Frauen vom Lauf ausschließen wollte.

In der Stadt Handa in der Präfektur Aichi soll am Dienstag ein besonderer Abschnitt des Fackellaufs stattfinden. Die 200 Meter lange Strecke soll mit 30 Personen auf einem traditionellen Boot zurückgelegt werden, wobei das Ereignis wie beim Festival mit Musik begleitet wird. Für den Fackellauf wollte die Stadt jedoch nur Männer zulassen, was für Empörung sorgte.

Fackellauf als Zeichen der Tradition

Grund dafür ist das besagte Schiff. Dass sogenannte Chintoro-Boot kommt bei einem lokalen Fest zum Einsatz, das aus der Edo-Zeit stammt. Frauen ist das Betreten des Bootes aus traditionellen Gründen streng verboten, da es als heilig gilt und Frauen als unrein angesehen werden.

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Da die Olympischen Spiele für Vielfalt und die Gleichberechtigung der Geschlechter stehen, sorgte der Plan der Stadt für Proteste, nachdem der Mainichi Shimbun davon berichtet hatte. Handa entschied sich daraufhin am Freitag um und erlaubt nun doch Frauen auf dem Boot.

Ein Stadtbeamter erklärte der Presse, dass sie Frauen beim Fackellauf nun doch erlauben, da das Boot nicht Teil des Festivals ist und unter anderen Umständen zum Einsatz kommt. Die Stadt wird deswegen das Festival zu einem späteren Zeitpunkt der Tradition nach nur mit einer männlichen Besatzung durchführen.

Olympischen Spiele machen Sexismus-Problem in Japan deutlich

Die Stadt hatte sich extra dazu entschieden, das Boot beim Fackellauf einzusetzen, um das Festival als Teil der lokalen Kultur zu bewerben. Es wurde vorab betont, dass sie sich bewusst sind, dass einige Elemente des Festivals nicht ganz dem olympischen Geist entsprechen. Es sei aber das, was es ist und nur ein Problem, wenn zwischen Tradition oder Moderne entschieden wird.

Während die Olympischen Spiele in Tokyo vor allem wegen der Pandemie große Probleme haben, überschatteten zuletzt zwei Skandale das Event. Zuerst äußerte sich der ehemalige Chef des Organisationskomitees von Tokyo sexistisch über Frauen und musste daraufhin sein Amt niederlegen. Danach musste der Kreativdirektor wegen beleidigender Aussagen zur Komödiantin Naomi Watanabe zurücktreten. Beide Vorfälle sorgten dafür, dass das Thema Sexismus in Bezug auf die Spiele und in Japans Gesellschaft stärker in den Mittelpunkt gerückt wurde.

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