Anzeige
HomeNachrichten aus JapanRekord an Braunbär-Sichtungen besorgt Hokkaido

Bären kommen häufiger in Wohngebiete

Rekord an Braunbär-Sichtungen besorgt Hokkaido

In Hokkaido gibt es eine reiche Tierwelt, zu der auch Braunbären gehören. Eigentlich gelten die Tiere als recht friedlich, aber in diesem Jahr häufen sich die Meldungen von Angriffen, was die Präfektur besorgt.

Anzeige

Bis Ende August gab es in der Präfektur mehr als 1.600 Sichtungen von Braunbären. Das ist der höchste Wert seit 2015, laut der Polizei der Präfektur. Auch die Zahl der Angriffe ist gestiegen.

Braunbären fürchten die Menschen nicht mehr

Bisher wurden elf Personen von den Tieren verletzt oder getötet. Der bisherige Rekord lag bei acht Personen im Jahr 1964. Für besonders Aufsehen sorgte im Juni ein Bär in Sapporo, der sich in die Stadt verirrte hatte und Chaos anrichtete, bei dem vier Menschen verletzt wurden.

LESEN SIE AUCH:  Braunbär treibt Menschen in Hokkaido zur Verzweiflung

In den 60er-Jahren hat die Präfektur systematisch die Tiere erschossen. Als der Bestand aber drastisch zurückging, wurde das Abschussprogramm 1989 abgeschafft. Nun ist die Population wieder gestiegen und wird wohl auch weiter wachsen.

Forscher sagen, dass sich aber auch das Verhalten der Tiere geändert hat. Sie haben weniger Angst vor Menschen und trauen sich deswegen in bewohnte Gebiete. Das sorgt aber auch dafür, dass die Menschen mehr Kontakt mit ihnen haben.

Anzeige

Sich der Gefahr bewusst, die von den Tieren ausgeht, versuchen Gemeinden verschiedene Maßnahmen zu ergreifen, um die Bevölkerung zu schützen. Gerade zwischen September und Oktober wird erwartet, dass mehr Bären in Wohngebiete kommen, da sie für den Winterschlaf Nahrung suchen.

Bürger sollen besser informiert werden

In Sapporo wurde das Regelwerk zu Bärensichtungen bearbeitet und stuft nun Tiere als sehr gefährlich ein, wenn sie im Wohngebiet auftauchen, auch wenn sie keine Menschen verletzten. Zusätzlich wird an weiteren Maßnahmen gearbeitet, um die Tiere fernzuhalten.

Unter anderem sollen Drohnen eingesetzt werden, um sie zu verscheuchen. Ebenfalls will man Kameras mit künstlicher Intelligenz an Flüssen aufstellen, um die Wege von den Bären zu bestimmen und zu verhindern, dass sie in die Stadt kommen. Die Gemeinden rund um Sapporo wollen ein Nachrichtensystem einführen, um sich gegenseitig über Sichtungen zu informieren und beim Verscheuchen der Tiere zusammenzuarbeiten.

Die Präfektur will allgemein mehr auf den sozialen Medien über Bärensichtungen informieren. Es wird auch überlegt, ob es E-Mail-Benachrichtigungen für die Bevölkerung geben soll. Die Regierung warnt die Menschen davor, sich den Tieren zu nähern und dass sie die Informationen zu den Sichtungen ernst nehmen sollen.

Anzeige
Anzeige