Rekordregen: Zahl der Todesopfer steigt weiter, Tausende noch in Notunterkünften

Im Westen Japans häufen sich die Opferzahlen. Seit in der vergangenen Woche weite Teile des Landes von sintflutartigen Regenfällen heimgesucht wurden, steigt auch die Zahl der Todesopfer weiter an. Der starke Regen führte in vielen Gebieten zu Überschwemmungen und Erdrutschen. Tausende von Bewohnern mussten ihre Häuser verlassen und kamen in Notunterkünften unter. Viele gelten noch als vermisst.

Nun wurden weitere Leichen gefunden. Damit erreicht die Zahl der Toten die momentane Marke von 200. Die Präfekturen Hiroshima, Ehime und Okayama gehören mit mehr als der Hälfte der momentanen Todesopfer zu den am meisten betroffenen Gebieten. Wie die Nationale Polizeibehörde verlauten ließ, kann diese Zahl noch steigen. Grund dafür ist die hohe Anzahl Vermisster. Laut letztem Stand gelten bisher 87 Menschen als verschwunden. Bisher sind über 70.000 Einsatzkräfte dabei, nach den vermissten Personen zu suchen.

Am Sonntag wurden 30.000 Menschen evakuiert. Von ihnen befinden sich bisher noch mehr als 7.000 in Notunterkünften. Um diese Menschen versorgen zu können, brachten viele Freiwillige Hilfsgüter in die zerstörten Gebiete. Die vorherrschende Sorge, es gäbe dafür zu wenig Fahrzeuge und Helfer, erwies sich dank der hohen Hilfsbereitschaft als unbegründet.

Sorge bereitet den Rettungskräften die momentane Sommerhitze. Temperaturen von mehr als 30 Grad Celsius und die durch die Wassermassen zerstörten Gebiete können zu Hitzschlägen, verdorbenen Lebensmitteln und damit zu Infektionskrankheiten unter Rettern sowie Geretteten führen. Der Schutz vor Hitze sowie saubere Nahrung und Trinkwasser seien darum dringend vonnöten. Einige Menschen beklagen bereits Unwohlsein. Die Regierung sowie örtliche Behörden reagierten auf die Notlage mit der Gründung von Katastrophenschutz-Teams zur Unterstützung der Betroffenen und Evakuierten vor Ort. Für die obdachlos gewordenen Menschen stellt die Regierung etwa 71.000 Wohnungen als vorübergehende Notunterkünfte zur Verfügung.

Japans Meteorologische Behörde gab an, dass Teile der betroffenen Gebiete innerhalb von 11 Tagen viermal soviel Regen wie normalerweise im Juli verzeichneten. Viele Bahnlinienbetreiber, darunter die West Japan Railway Co., erlitten in über 100 Orten Schäden durch Schlammlawinen oder umgestürzte Bäume. Nach bisherigen Angaben bleibt auch in den kommenden Tagen der Zugverkehr gesperrt. Grund dafür ist unter anderem der Mangel an fachkundigen Prüfern zur Kontrolle der Gleise und Bahneinrichtungen.

Neben der Zerstörung von Ortschaften und der Infrastruktur wie Straßen oder Telekommunikation sind auch Stauseen durch Risse zur Gefahrenquelle geworden. In Hiroshima wurden bereits vorsorglich die Anwohner evakuiert. Trotz Rückkehr des Sommers sollen die Menschen weiterhin wachsam sein. Noch kann es in den Bergen zu weiteren Erdrutschen durch aufgeweichte Böden kommen. Die Regenkatastrophe gilt nach dem verheerenden Erdbeben 2011 im Osten des Landes als großflächigste Naturkatastrophe Japans.

Quelle: Kyodo News

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