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Home News Rentner in Japan verhaftet, weil er sich telefonisch 24.000 Mal beschwerte

Der Mann rief 411 Mal in der Woche bei seinem Telefon-Anbieter an

Rentner in Japan verhaftet, weil er sich telefonisch 24.000 Mal beschwerte

Japan befindet sich derzeit an einem sozialen Scheideweg. Die Menschen werden immer älter und viele Rentner sind mit modernen Techniken wie Smartphones einfach überfordert. Derzeit gibt es bei einigen Anbietern Pläne, Service-Gebühren für ältere Kunden einzuführen. Diese rufen sehr oft die Hotline an, um sich Ratschläge zu holen, wie sie zum Beispiel Netflix richtig starten oder eine E-Mail per Handy verschicken.

Auf der einen Seite hat man natürlich Verständnis für die älteren Menschen, die erst lernen müssen mit den neuen Geräten klarzukommen. Gleichzeitig stellen sie aber eine große Belastung für die Service-Mitarbeiter dar. Ein japanischer Rentner trieb es auf die Spitze und rief 59 Mal am Tag bei seinem Telefon-Anbieter KDDI an, um sich zu beschweren.

Rentner blockiert Service-Hotline mit zahllosen Anrufen

Aktuell ermittelt die Polizei gegen einen 71-jährigen Mann aus der Stadt Kasukabe in der Präfektur Saitama, der die Mitarbeiter der gebührenfreien Hotline von KDDI mit Anrufen regelrecht überschüttete. Im vergangenen Monat rief der Rentner in einer Woche 411 Mal an, um sich über seinen Vertag oder seinen Telefon-Anbieter zu beschweren.

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Das Unternehmen zögerte zunächst, Strafanzeige gegen den Kunden zu erstatten, allerdings beeinträchtigten die zahlreichen Anrufe die Mitarbeiter des Call-Centers so sehr, dass sie anderen Kunden nicht mehr zur Verfügung standen. Erst nach Rücksprache mit der Polizei entschloss sich der Anbieter doch für eine Anzeige.

Die Untersuchungen laufen noch. Gemäß einem Protokoll von KDDI rief der Rentner aus Saitama in den letzten zwei Jahren insgesamt 24.000 Mal bei der Hotline an. Das bedeutet, dass der Mann durchschnittlich 33 Mal pro Tag die Nummer von KDDI wählte und das an 730 aufeinander folgenden Tagen. Nach Angaben der Polizei war der Verdächtige unter anderem deswegen verärgert, weil er mit seinem Handy kein Radio empfangen konnte. Der Verdächtigte erklärte allerdings er sei das Opfer.

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Community größtenteils auf Seite des Anbieters

Die meisten Online-Nutzer stehen auf der Seite von KDDI. Einige erklärten aber auch, dass der Telefon-Anbieter mehr auf seinen Kunden hätte eingehen müssen, um eine Eskalation zu verhindern. Sollte das Gericht den Mann für schuldig befinden, würde er wahrscheinlich wegen Behinderung des Geschäftsverlaufs angeklagt.

Behinderung des Geschäftsverlaufs ist eine japanische Definition dafür, wenn jemand sich in die Geschäfte anderer so einmischt, dass diese nicht mehr regulär arbeiten können. Wenn sich jemand zwei- oder mehrmals beschwert, stellte dies noch kein Problem dar. Wer allerdings knapp 24.000 Mal anruft, blockiert einiges an Kräften.

NHK

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