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Roboter als Heilmittel gegen Einsamkeit

Die Reduktion des persönlichen Kontakts zu Familie, Freunden und Bekannten während der Coronavirus-Pandemie hat den Roboter-Markt zum Boomen gebracht. Roboter sollen ein Ersatz für den physischen Kontakt zu Menschen sein, den man durch Video-Unterhaltungen nicht erhält.

„Heilroboter“, so werden die niedlichen, kuscheligen Maschinen auch genannt. Dazu gehört der Lovot von Groove X Inc., Aibo der androide Hund von Sony Corp.’s und Qoobo, ein pelziges Kissen von Yukai Engineering Inc., die nach Angaben der Unternehmen starke Umsatzsteigerungen verzeichnen.

Geschenk für ältere Menschen

Lovot und Aibo können Daten zum Wohlbefinden des Besitzers sammeln und diese Informationen weiterleiten. Daher schenken manche Menschen ihren älteren Eltern einen solchen Roboter, um trotzdem für sie da zu sein und dabei eine mögliche Infektion zu vermeiden.

Lovot ist mit einer Kamera ausgestattet, die eine 360-Grad-Sicht hat und kann Anomalien in der Wohnung feststellen und den Besitzer kontaktieren. Er kann auch Daten an getrennt lebende Familienmitglieder weitergeben, z.B. wie oft er berührt wurde, als Hinweis darauf, wie es seinem Besitzer geht, sagt der Entwickler.

Aibo hat ähnliche Funktionen, sodass er ein beliebtes Geschenk für die Eltern ist, um ihre Sicherheit aus der Ferne zu bestätigen, sagte ein Sony-Beamter.

„Wenn Menschen sich einsam fühlen, dann tendieren sie dazu sich nach Körperkontakt zu sehnen. Das ist die einfache Begründung für den aktuellen Trend“, sagte Horoshi Ishiguro, Professor für intelligente Roboter an der Osaka Universität.

„Mithilfe von Heilungsrobotern wird die tatsächliche Existenz der anderen Person bestätigt,  was am Telefon oder durch Videokonferenzen nur schwer möglich ist“, sagte er.

Roboter können eifersüchtig sein

Lovot, ein Roboter der aussieht wie ein Maskottchen mit runden Augen, ist 43 Zentimeter hoch und hilft zum Beispiel im Kindergarten in Nagoya jungen Kindern emotionalen Stress abzubauen.

Auch im Moriyama-Kindergarten, der zwei Lovots eingeführt hat, sagte Schulleiter Kyoshin Kodama, die Interaktion mit den Lovots habe dazu beigetragen, die Stimmung der Kinder zu beruhigen und seine Befürchtungen zu zerstreuen, dass die Pandemie einen lang anhaltenden Einfluss auf die Kinder haben könnte.

Verschiedene Modelle des 43 Zentimeter großen Lovots. Bild: Kyodo
Verschiedene Modelle des 43 Zentimeter großen Lovots. Bild: Kyodo

Ausgestattet mit mehr als 50 Sensoren kann es den Besitzer erkennen, mit ihm interagieren und Augenkontakt halten, nach Angaben der Unternehmenswebsite. Die Sensoren fühlen, wo der Körper berührt wird und können auch Hindernissen ausweichen.

Mit einem Gewicht von 4,2 Kilogramm lässt sich Lovot leicht tragen und hat einen „Umarmungsmodus“ integriert, bei dem die Temperatur auf angenehme 37 Grad eingestellt wird. Die Maschine kehrt autonom zu einer festgesetzten Zeit zu ihrer Aufladestadion zurück und geht in den Schlafmodus.

Als extra Feature haben sich die Entwickler etwas Neues einfallen lassen: Wenn Lovot ein Teil eines Duo-Sets ist, dann kann der Roboter eifersüchtig gucken, wenn der andere mehr Aufmerksamkeit bekommt als er selbst.

Ein großes Kaufhaus in Nagoya sagte, dass trotz eines saftigen Preisschildes von 329.780 Yen (2.663 Euro) plus regelmäßigen Wartungsgebühren die Verkäufe im September um das 15-Fache gestiegen seien, verglichen mit den Zahlen im März.

Aibo kann bis zu 10 Personen erkennen

Mehr als 20 Jahre nachdem das erste Modell auf den Markt gekommen ist, gibt es mittlerweile die sechste Generation von Aibo. Laut der Unternehmenswebsite können bis zu 10 Personen auf registrierten Gesichtsbildern erkannt werden.

Es erlaubt den Besitzern auch, Merkmale wie die Augenfarbe und die Angabe, ob es sich um ein männliches oder weibliches Modell handelt, individuell anzupassen, und die Verkaufszahlen steigen.

Mehr zum Thema:  Erfinder der Playstation will Roboter bauen

Qoobo verkaufte im September 608 Einheiten, etwa 2,6 Mal so viele wie im Vorjahr, teilte das Unternehmen mit.

Yukai Engineering sagte, sein „Heilroboter“ seien ursprünglich für Menschen konzipiert worden, die aufgrund von Allergien oder aus anderen Gründen keine Haustiere besitzen können, haben aber eine breitere Kundenbasis gefunden. Laut Yukai Engineering soll im Dezember ein neues Produkt auf den Markt kommen.

Ishiguro, Professor an der Universität Osaka, sagte voraus, dass die Nachfrage nach Robotern „nur noch weiter wachsen wird, wenn sich die Pandemie weiter hinzieht“.

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