Stats

Anzeige
Home News Roboter ersetzen Menschen in vielen Bereichen Japans

Besonders gegen Einsamkeit und Isolation können Roboter helfen

Roboter ersetzen Menschen in vielen Bereichen Japans

Die Corona-Pandemie zwingt die Gesellschaft neu zu strukturieren, wie Menschen miteinander agieren. Roboter helfen bei der Neugestaltung, können Lücken ausfüllen und tragen sogar dazu bei, das Gefühl der Einsamkeit zu lindern, welches in Zeiten von Social-Distancing zur Norm geworden ist.

In der Vergangenheit wurden Roboter primär für niedere Tätigkeiten wie das Putzen eingesetzt. Die Regelungen zum Social-Distancing und das Bedürfnis nach menschlichem Kontakt erhöhten ihren Status und ihre Bedeutung.

Viele Unternehmen setzen auf Roboter

„In Geschäften, Ausstellungsräumen, Kongressen und Fachmessen bringen Roboter die Menschen näher zum normalen Zustand der Kommunikation“, sagte Yuko Miyazawa, CEO von Seikatsu Kakumei Inc., einem Roboter- und Technologieunternehmen. Der Service wurde schnell zum beliebtesten Produkt des Unternehmens. Ferngesteuerte Maschinen mit Avatar ersetzen das normale Personal.

So sieht eines der entwickelten Roboter aus, welche die Kunden im Geschäft navigieren könnte. Bild: Kyodo
So sieht eines der entwickelten Roboter aus, welche die Kunden im Geschäft navigieren könnte. Bild: Kyodo

Das Gesicht des Bedieners wird auf dem Tablet gezeigt und er kann die Kunden zu den Produkten navigieren. „Menschen kommen, weil sie das richtige Produkt sehen wollen. Wenn das nicht gegeben ist, dann gibt es keinen Unterschied zum Online-Shopping mehr.“, so Yuko Miyazawa weiterhin.

Seit April hat einer der größten Kunden, der große japanische Hausbauer Aqurahome Co., solche Avatar-Roboter in 17 verschiedenen Modellhäusern im ganzen Land ausgestellt, um sie potenziellen Kunden vorzuführen. Das Unternehmen plant diesen Service zu erweitern.

Unternehmen, die aus Angst vor Coronainfektionen ihre Geschäftstätigkeiten vermieden haben, fanden mit dieser Technologie eine Lösung. „Und wenn die Technologie das Problem gelöst hat, denken sie: ‚Die Dinge sind sogar noch besser als zuvor'“, sagte Miyazawa.

Lesen sie auch:
JR East stellt Desinfektions-Roboter an neuer Station in Tokyo vor

Neben der Unterstützung bei der Einhaltung vom Social-Distancing sind Roboter für Unternehmen kosteneffizient, da sie nicht mehr für die Reisekosten der Mitarbeiter zu bestimmten Veranstaltungsorten aufkommen müssen. Und die Bedienung kann von überall aus der Welt erfolgen.

Neue Möglichkeiten durch technologischen Fortschritt

Das Restaurant „The Galley Seafood & Grill“ in Tokyo erwarb zwei automatisierte Kellner, um einen kontaktlosen Salat-Bar-Service anzubieten. An der Decke des Restaurants sind spezielle Aufkleber mit einem Code angebracht. Durch eine nach oben gerichtete Kamera werden die Codes erkannt und der automatisierte Kellner kann die Salat-Gerichte zum richtigen Tisch bringen.

"Kellner" liefert Salate zu den Kunden in dem Restaurant in Tokyo, July 2020. Bild: Kyodo
„Kellner“ liefert Salate zu den Kunden im Restaurant „The Galley Seafood & Grill“ in Tokyo, July 2020. Bild: Kyodo

Die Multi-Sensor-Datenfusion Technologie, basierend auf Infrarot, 3D-Kartenerstellung und maschinellem Sehen, ermöglicht es dem wagenförmigen Roboter auch Personen und anderen Hindernissen auszuweichen. „Früher wurde ein menschlicher Kundendienst in Restaurants geschätzt, aber die Coronavirus-Pandemie hat diese Denkweise verändert“, sagte Hiroya Nakano, CEO von QBIT Robotics Inc.

Family Mart setzt seit vergangenem Monat den eleganten, ferngesteuerten Roboter „Model-T“ vom Unternehmen Telexistence Inc. zum Auffüllen der Getränkeregale ein. Der menschengroße Roboter besitzt dreizackige Hände, welche ihm erlauben Gegenstände aufzunehmen. Er wird ferngesteuert durch einen Menschen mit einer Virtual-Reality Bedienung.

Das "Model-T" von Telexistence Inc., welche von einer Person via Virtual Reality Bedienung kontrolliert wird. Bild: Kyodo
Das „Model-T“ von Telexistence Inc., welche von einer Person via Virtual Reality Bedienung kontrolliert wird. Bild: Kyodo

Bei der Signalübertragung zwischen dem Bediener und der Maschine gibt es eine Latenzzeit von 50 Millisekunden. Diese ist so gering, dass es in der Realität praktisch kaum zu bemerken ist. Telexistence Inc. plant die Roboter bis 2022 in bis zu 20 Filialien und sie schließlich in allen Family-Mart-Läden auszurollen. Sie sollen die Warenauffüllung komplett automatisieren, welche einen Großteil der Arbeit ausmacht. Dadurch soll die operative Belastung und das Infektionsrisiko der Mitarbeiter gesenkt werden.

Roboter-Verleih-Service gegen Einsamkeit und Isolation

Einige befürchten, dass die Verringerung der menschlichen Kontakte dem geistigen und emotionalen Wohlbefinden schaden könnte. Aber wenn Roboter diesem entgegenwirken, könnten sie nach Ansicht vieler Menschen auch Teil der Lösung sein.

Romotto hat sich darauf spezialisiert, kleine „Kommunikations“-Roboter online zu vermieten, sowohl für den privaten als auch für den geschäftlichen Gebrauch. Mit einem Mausklick können Einzelpersonen zwischen sechs unterschiedlichen Modellen wählen, die an ihre Haustür geliefert werden, während Unternehmen zwischen elf Modellen wählen können.

Izumi Yukinori, Gründer und CEO von Rocket Road Co., mit einem Roboter-Hund im Arm, der sich großer Beliebheit bei vielen Kunden erfreut. Bild: Kyodo
Izumi Yukinori, Gründer und CEO von Rocket Road Co., mit einem Roboter-Hund im Arm, der sich großer Beliebheit bei vielen Kunden erfreut. Bild: Kyodo

„Der Service soll den Menschen helfen, sich zu entspannen und das Gefühl der Isolation zu lindern“, sagt Yukinori Izumi, Gründer und CEO von Rocket Road Co. Seit dem Start am 25. Juni steigt der Erfolg des Unternehmens stetig. Rund 90 Prozent der Privatkunden sind Frauen zwischen 20 und 60 Jahren, wobei Aibo, ein entwickelter Roboterhund, der Beliebteste ist. Aibo kann eine Woche für 15.000 Yen (119,36 Euro) gemietet werden.

Der Beliebteste Roboter bei Romotto, Aibo der Roboterhund. Bild: Romotto
Das beliebteste Modell bei Romotto, Aibo der Hund. Für 15.000 Yen (119,36 Euro) die Woche kann er gemietet werden. Bild: Romotto

 

Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren:

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here

Anzeige