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Rohingya-Aktivisten kritisieren Japan wegen Leugnung des Völkermords

Japan will die Situation nicht einschätzen

Die in Japan ansässige Rohingya-Interessensgruppe kritisieren Japan wegen der jüngsten Äußerung eines Botschafters, der den Völkermord an der Minderheit in Myanmar geleugnet hat.

„Heute kooperiert Japan nicht und unterstützt auch die Aktionen der Vereinten Nationen in Myanmar nicht“, so Zaw Min Htut, Vizepräsident der Burmese Rohingya Assocciation.

Japans Botschafter leugnet Völkermord

Htut bezog sich auf den Kommentar des japanischen Botschafters in Myanmar, der im Dezember zu der Nachrichtenagentur The Irrwaddy sagte: „Es gibt keinen Völkermord in Myanmar“.

Zaw Min Htut appellierte an Japan, die Lügen des Militärs nicht zu billigen und die internationalen Bemühungen zu unterstützen, um Gerechtigkeit für die Verbrechen an seinem Volk herbeizuführen.

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„Wir sind auf die internationale Gemeinschaft angewiesen, weil es in Myanmar nicht viele Freunde für die Rohingya gibt“, sagte Htut vergangene Woche vor dem japanischen Korrespondentenclub in Tokyo.

Rohingya müssen in Myanmar um ihr Leben fürchten

Unabhängige Ermittler, die von den Vereinten Nationen ernannt worden waren, sagten, dass Hunderttausende Rohingya, die in Myanmar leben, einer größeren Gefahr des Völkermords ausgesetzt sein könnten als jemals zuvor. Da man versucht, ihre Identität zu löschen und sie aus dem Land zu vertreiben. Sie werden ermordet, vergewaltigt, gefoltert und vom Militär in Myanmar vertrieben.

Mehr als 740.000 Rohingya sind seit August 2017 aus Rakhine im Westen von Myanmar in das benachbarte Bangladesch geflohen, um einem militärischen Vorgehen gegen Aufständische zu entgehen.

Die japanische Regierung sagte dazu, sie sei nicht in der Lage, über die Angelegenheit zu urteilen.

„Wir arbeiten daran, dass Myanmar die erforderlichen Maßnahmen auf der Grundlage des Abschlussberichts des ICOE ergreift“, sagte ein Sprecher des japanischen Außenministeriums unter Bezugnahme auf die unabhängige Untersuchungskommission in Myanmar.

Das ist die Kommission, die beauftragt ist, Vorwürfe von Menschenrechtsverletzungen in Rakhine zu untersuchen. Sie wird ihren Abschlussbericht voraussichtlich in diesem Monat fertigstellen.

Buddhistische Mehrheit in Myanmar angeklagt

Zaw Min Htut drückte auch seine Enttäuschung über Murayamar aus, da Regierungsvertreter die Rohingya als Bengali bezeichnen, ein Begriff, den der Gesandte kürzlich in einem Interview mit der BBC verwendete.

Der Begriff wird von der myanmarischen Regierung oft benutzt, um die Rohingya nicht als eine der vielen ethnischen Gruppen des Landes, sondern als illegale Migranten aus Bangladesch anzusehen.

Gambia, ein kleines, aber überwiegend muslimisches afrikanisches Land, reichte im vergangenen November mit Unterstützung der Organisation für Islamische Zusammenarbeit beim Internationalen Gerichtshof eine Klage gegen die buddhistische Mehrheit in Myanmar ein.

Es wurde argumentiert, dass Myanmar die Genozid-Konvention von 1948 durch die Völkermordakte des Militärs gegen die Rohingya-Minderheit verletzt habe, eine Behauptung, die die Regierung von Myanmar vehement bestreitet.

Kyodo

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