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Sexismus bleibt weiterhin ein Problem

Rücktritt des Chefs des Komitees der Tokyo Games löst nicht eigentliches Problem

Am Freitag hat wie erwartetet der Präsident des japanischen Organisationskomitees der Olympischen und Paralympischen Spiele, seinen Rücktritt bekannt gegeben. Auslöser war ein sexistischer Kommentar von Yoshiro Mori, der für internationale Empörung sorgte. Mit seinem Rücktritt ist deswegen das eigentliche Problem nicht gelöst.

Yuko Arimori, zweimalige olympische Medaillengewinnerin beim Frauenmarathon, erklärte in einem Interview, dass die Angelegenheit mit einem neuen Präsidenten nicht erledigt ist. Es sollte wegen Mori nicht das eigentliche Problem aus den Augen verloren werden. Sie warnt, dass sich so ein Problem wiederholen kann, wenn der tief sitzende Sexismus in Japans Gesellschaft nicht selbst bekämpft wird.

Geschlechtergleichstellung bleibt eine Herausforderung

Arimori gab an, dass die Olympischen und Paralympischen Spiele Menschen Frieden für Körper und Geist geben sollen. Sie unterscheiden sich deswegen von anderen Sportveranstaltungen. Es sind dabei nicht nur die Sportler, sondern alle Beteiligte an den Spielen, die mit pädagogischem Wert weltweit auf Probleme aufmerksam machen können.

Mehr zum Thema:  Japans Ziel der Geschlechtergleichstellung wird noch Jahre dauern

Bei den Spielen in Tokyo sollte so zum ersten Mal auf eine nachhaltige Entwicklung (SDGs) aufmerksam gemacht werden. Auch die Gleichstellung der Geschlechter gehört dazu. Das Thema sorgt vor allem in Japan immer noch für viele Diskussionen und es wurde gehofft mit den Spielen den Respekt vor Vielfalt zu fördern.

Das positive Bild hat wegen Mori nun einen großen Riss bekommen. Laut Arimori war nach dem Vorfall vor allem die Frage, ob Mori überhaupt die heutige Gesellschaft und die Olympischen Prinzipien verstand. Laut ihr ist es auch der Grund, warum der ehemalige Präsident dachte, dass eine Entschuldigung und Rückziehung der Aussage das Problem beseitigen.

Das Organisationskomitee soll eine deutliche Botschaft vermitteln

Teil des Problems sind auch das zuständige Gremium und das Organisationskomitee, die den Vorfall erst behandelten, als es massive negative Auswirkungen gab. Für die Sportlerin sei deswegen wichtig, dass die Mitarbeiter des Organisationskomitees zeigen, dass sie die Botschaft der Spiele verstehen und sie mit Leidenschaft weitertragen wollen.

Sie fordert deswegen, dass das Organisationskomitee eine Botschaft mit ihren Zielen und Prinzipien verbreiten muss, die alle erreicht. Nur so könnten sie etwas gegen das Problem unternehmen und wirklich Veränderungen ermöglichen. Arimori betont dazu, dass es irrelevant sei, ob die Spiele wirklich stattfinden oder nicht. Wenn Tokyo die Grundwerte nicht verteidigen kann, wie sollen es andere können?

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