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Opfer von Verbrechen und Hinterbliebene erhalten nun finanzielle Unterstützung

Sapporo und Osaka lassen LGBT-Paare für Unterstützungsgelder zu

Die Städte Osaka und Sapporo gehören zu den wenigen Orten in Japan, die eine gleichgeschlechtliche Partnerschaft anerkennen. Komplett gleichberechtigt sind LGBT-Paare jedoch in vielen Bereichen immer noch nicht. Jetzt haben die beiden Städte einen weiteren Schritt in die richtige Richtung gemacht und genehmigen den Paaren nun Unterstützungsgelder für Opfer von Verbrechen.

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Seit April erhalten anerkannte Paare in Osaka und seit September in Sapporo als Opfer von Straftaten oder Familienmitgliedern von Opfern sogenannte Unterstützungsgelder. Normalerweise haben Paare nach dem staatlichen System einen Anspruch auf Geld, wenn der Partner bei einem Verbrechen zu Tode kommt oder einer von ihnen Opfer eines gewalttätigen Verbrechens wird.

LGBT-Partnerschaften haben diesen Anspruch nicht, genauso wenig wie auf alle anderen Sozialversicherungsleistungen, da sie von der Zentralregierung nicht als Paare akzeptiert werden.

Gebühren werden ebenfalls übernommen

Nach dem System dürfen die Paare nun auf um die 2.373 Euro bei einem Todesfall und 791 Euro bei Verletzungen hoffen. Das Geld ist dazu gedacht, dass Familien über die Runden kommen, wenn sie einen Verlust haben oder ein Familienmitglied zurzeit nicht arbeiten kann.

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Ebenfalls werden für sie auch die Gebühren für Dienstleistungen wie Beratungen und Haussicherungen subventioniert. Opfer und Familien können diese Hilfe gleichermaßen beanspruchen. Sapporo erlaubt die ganzen Unterstützungsgelder zusätzlich Paaren, die ihr Partnerschaft nachweisen können, auch wenn sie nicht über die Stadt anerkannt sind.

Paare werden in anderen Teilen Japans noch diskriminiert

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Die Entscheidung der beiden Städte ist damit sehr willkommen und viele wünschen sich, dass mehr Gemeinden solche Zusprüche machen. Zuletzt sorgte im Juni ein Fall in Nagoya für Bestürzung. Das Bezirksgericht lehnte Unterstützungsgelder für einen Mann ab, welcher der einzige Hinterbliebene seines ermordeten Partners ist.

Begründet wurde es damit, dass LGBT-Paare gesellschaftlich nicht ausreichend akzeptiert sind und sie deswegen den Kläger nicht als Lebenspartner einstufen können. Die Aussage wurde von vielen massiv kritisiert und als Blödsinn bezeichnet.

In Osaka leben zurzeit 223 anerkannte LGBT-Paare. In Sapporo sind es um die 102 Partnerschaften. Bis zum ersten April akzeptierten 45 Kommunalverwaltungen und zwei Präfekturen in Japan gleichgeschlechtliche Partnerschaften.

Kyodo

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