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Vor allem das respektlose Verhalten von Touristen soll für diese Entscheidung verantwortlich sein

Schrein in Nagasaki verbietet ausländischen Besuchern den Zutritt

Japan legt viel Wert auf gutes Benehmen und die Einhaltung von Traditionen und Etikette. Vor allem an heiligen Orten wie Schreinen und Tempeln werden die Werte heute hochgehalten.

Für den Hohepriester eines Schreins in der Präfektur Nagasaki ist vor allem der mangelnde Respekt gegenüber den Gläubigen in der letzten Zeit ein Problem geworden. Er beschloss, sich selbst um eine Lösung zu kümmern und verkündete auf Twitter, dass er ausländischen Touristen den Zutritt zu dem heiligen Ort verbieten werde.

Hohepriester ist vor allem gegen koreanische Besucher

In dem Tweet des Hohepriesters des Watatsumi-Schreins auf der Insel Tsushima heißt es, dass vor allem das schlechte Verhalten koreanischer Touristen für diese Entscheidung verantwortlich sei. Das aggressive Verhalten der Reiseleiter und die vermehrten Diebstähle von Talismanen durch Besucher machen diesen Schritt notwendig.

Touristen und ihr Verhalten
Verstopfte Zugänge Bild: Twitter / @watazumi55

Tsushima liegt zwischen der Koreastraße und der Tsushima-Straße, etwa auf halbem Weg zwischen dem japanischen Festland und der koreanischen Halbinsel, was dazu führt, dass besonders viele koreanische Touristen den Schrein besuchen. Der Priester erklärte, dass es zurzeit einen massiven Übertourismus gebe, da täglich zwischen 30 und 40 Reise-Busse kommen, damit Besucher das malerische Gelände fotografieren können.

Respektloses Verhalten auf dem Gelände des Schreins macht diesen Schritt notwendig

Während das Verbot für alle ausländischen Touristen gilt, setzte sich der Priester speziell mit Besuchern aus Korea auseinander. Unter anderem kritisierte er einen YouTuber, der ohne Erlaubnis das Gelände betrat und andere Menschen filmte. Auch dass viele Menschen einfach auf dem Gelände des Schreins essen, stört den Priester massiv. Zusätzlich stellt Vandalismus ein weiteres Problem dar.

Das Verhalten der Reiseleiter sorgt ebenfalls für Ungemach. Diese stehen oft auf den Stufen vor dem Heiligtum, obwohl dies ausdrücklich verboten ist. Täglich würde der Mann bis zu 40 Touristen-Führern erklären müssen, dass ihr Verhalten nicht erlaubt ist. Die Reiseleiter stehen bis zu 20 Minuten dort, um das Gelände zu erklären. Gleichzeitig blockieren sie den Weg für einheimische Besucher, die wirklich den Schrein besuchen möchten, um zu beten.

Der Hohepriester entschloss sich bereits früher dazu, nur einen begrenzten Zugang zu gewähren, um die weitere Zerstörung der Kultstätte zu verhindern. Allerdings reagierten die internationalen Reiseleiter zunehmend aggressiv und hielten sich erneut nicht an die Vorschriften.

Eine Insel zwischen den Mächten

Tsushima sorgt bereits seit jeher für Spannungen zwischen Japan und Korea. Die Insel gehört zwar offiziell zur Präfektur Nagasaki, aber auch Korea erhebt immer wieder Anspruch auf das Eiland. Viele koreanische Besucher reagieren immer noch feindselig auf die japanische Flagge über dem Schrein.

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Vor diesem Hintergrund sieht es nicht so aus, als würden sich die Streitigkeiten leicht beilegen lassen. Während die Zerstörung von Eigentum ein Verbrechen ist, ist die Zugangsbeschränkung aufgrund der ethnischen Zugehörigkeit ebenfalls gegen das Gesetz. Ob diese Entscheidung für den Schrein rechtliche Konsequenzen nach sich zieht, bleibt abzuwarten. Ausländische Besucher müssen jetzt hoffen, dass der Respekt vor der Religion beide Seiten wieder zueinander führt und eine friedliche Lösung möglich macht.

HK

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