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Ich dachte nicht, das es Mobbing ist

Schüler bringt sich wegen Mobbing um, obwohl er vorher seinen Lehrer informierte

Immer wieder begehen Schüler in Japan Selbstmord, weil sie gemobbt wurden. Oft gehen die Schulen im Vorfeld Hinweisen nicht nach, im Fall eines 14-jährigen Schülers ist es besonders tragisch, denn der Klassenlehrer war sehr engagiert.

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Der Schüler, der im dritten Jahr an eine Mittelschule der Stadt Gifu ging, wurde am 3. Juli bewusstlos auf dem Parkplatz einer Wohnanlage gefunden. Er wurde in ein Krankenhaus gebracht, wo die Ärzte allerdings nur noch seinen Tod feststellen konnten.

Der bisherigen Untersuchung zufolge hatte der Schüler den Selbstmord gewählt, weil er in der Schule gemobbt wurde.

Untersuchungsausschuss soll Selbstmord prüfen

Bei der Untersuchung kam heraus, dass ein Klassenkamerad dem Lehrer des Jungen eine Nachricht geschrieben hatte. Allerdings habe die Lehrer die Nachricht verloren, so ein Sprecher der Gemeinde.

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Nach dem Selbstmord des Jungen richtete die städtische Bildungsbehörde einen Untersuchungsausschuss ein, der aus fünf externen Experten besteht, um einen möglichen Zusammenhang zwischen dem Selbstmord und Mobbing zu untersuchen. Das Gremium will sein Ergebnis bis Ende des Jahres vorlegen.

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Laut dem Bildungsausschuss hatten Schüler der Schule Ende Mai miterlebt, wie der 14-Jährige in der Mittagspause von einem  Klassenkameraden belästigt wurde, der versuchte den Jungen dazu zu zwingen, Gemüse zu essen, das er nicht mochte.

Ich habe nicht gedacht, dass ich gemobbt werde

Nachdem sein Klassenlehrer von dem Vorfall erfahren hatte, fragte er den Jungen, was passiert sei. Der Junge soll allerdings geantwortet haben: „Ich habe nicht gedacht, dass ich gemobbt werde. Ich war überrascht, dass andere Schüler sagten, es war Mobbing. “

In einem Fragebogen zu Mobbing, der in der Schule im Juni verteilt wurde, soll sich der 14-Jährige nicht über Mobbing beschwert haben. Er soll auch seinem Klassenlehrer gesagt haben: „Mir geht es gut.“

Als Reaktion auf den Tod des Jungen hielten die Schule und die Schulbehörde am Abend des 4. Juli eine Informationssitzung für Eltern und Erziehungsberechtigte ab. Während der Sitzung wies einer der Teilnehmer darauf hin, dass der Klassenlehrer anscheinend die Nachricht eines Klassenkameraden, darüber, dass der Junge gemobbt wurde, erhalten habe, so die Schulbehörde. Die Schule antwortete, dass der Lehrer die Notiz verloren habe.

Quelle: MA, AS

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