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Schulen in Fukushima wieder offen – nur die Schüler fehlen

Die lokale Regierung der Präfektur Fukushima haben Milliarden von Yen ausgegeben, um erneut eine ideale Umgebung für Schulen zu schaffen. Renovierte Schulgebäude, Hightech-Klassenräume, kostenloses Mittagessen sowie neue Uniformen und Schulbusse sollen wieder Schüler zu mehr Bildung verhelfen.

Einige dieser Schulen stehen allerdings schon wieder kurz vor dem Aus. Es fehlt an Schülern, um den Betrieb aufrechtzuerhalten. Die lokale Regierung reagiert ernüchtert auf die Neuanmeldungen. Sie sah in den Schulen eine Möglichkeit, das Gebiet, das bei einem großen Erdbeben mit anschließenden Tsunami 2011 verwüstet wurde, wieder zu beleben.

Die Verwaltung der Präfektur eröffnete im April 2018 acht Grund- und sechs Mittelschulen wieder. Im Juni 2016 wurde für den größten Teil des Dorfes Katsurao der Evakuierungsbefehl und im Frühjahr 2017 für vier weitere Gemeinden teilweise aufgehoben.

Eine der wiedereröffneten Schulen ist die Yamakiya Grundschule in Kawamata, die Programmierung-Kurse für ihre Schüler anbot. Wie es jetzt aussieht, muss die Schule im kommenden Schuljahr die Türen allerdings wieder schließen. Derzeit arbeiten an der Schule sechs Lehrer mit fünf Schülern. Alle Kinder gehen in die sechste Klasse und verlassen die Schule nach den Ferien. Neue Schüler gibt es bisher keine. Die Frist zur Einschreibung endete am 28. Februar.

Die Yamakiya Grundschule befindet sich in einer bergigen Region, etwa 50 Kilometer vom Atomkraftwerk Fukushima 1 entfernt. Am siebten Februar hielten die Schul- und Stadträte eine Sitzung für Eltern ab, die außerhalb des Bezirks leben. Sie boten den Eltern die Möglichkeit an, die Schulen selbst zu besichtigten.

Viele Institutionen – Wenig Schüler

Etwa 1,1 Milliarden Yen (8,6 Millionen Euro) steckte die Regierung in die Reparatur des Schulgebäudes. Die Schule verfügt über eine eigene Schwimmhalle und für alle Schüler stehen Tablets zur Verfügung. Alle Eltern sprachen sich trotzdem gegen die Schule aus.

Scüler einer der vielen Schule nin Fukushima
Bild: Hiroki Koizumi

Der Schuldistrikt Kawamata hat aktuell 330 Einwohner, von denen die meisten durchaus im schulfähigen Alter sind. Die Yamakiya Junior High School besuchen 10 Schüler, die im selben Gebäude unterrichtet werden. Auch hier fehlen für das nächste Schuljahr neue Erstklässler. Übrig bleiben drei Drittklässler. Wenn sich keine neuen Schüler einschreiben, steht auch die Junior High School spätestens 2020 vor der Schließung.

Die Schulen in den vier umliegenden Gemeinden stehen vor demselben Problem. 14 wiedereröffnete Schule kommen im April auf insgesamt 119 Schüler, was einen Rückgang von 11,9 Prozent zum Vorjahr bedeutet. Die Kommunen haben große Anstrengungen unternommen, um neue Schüler anzulocken. Alle 14 Schulen wurden für insgesamt 9,3 Milliarden Yen (7,3 Millionen Euro) renoviert und wiederaufgebaut. Auch hier gehören kostenlosen Schuluniformen und Mittagessen zum Angebot. Schüler von außerhalb würden sogar mit einem eigenen Schulbus in die Schulen gefahren.

Im April 2018 schrieben sich jedoch an allen 14 Schulen nur 135 Schüler ein, das sind nur 3,4 Prozent derjenigen, die vor dem Unfall 2011 im Atomkraftwerk Fukushima 1 dieselben Schulen besuchten.

Verschiedene Faktoren führten dazu, dass die Eltern beschlossen, ihre Kinder auf Schulen in anderen Gemeinden zu schicken. Einige Familien haben sich ein neues Leben in einer anderen Präfektur aufgebaut. Viele Eltern sind besorgt über die Auswirkung der Strahlung auf die Gesundheit ihrer Kinder.

Die drei Grundschulen und eine Hauptschule in Iitate sind mit 75 Schülern die meistbesuchten Bildungsanstalten der fünf Gemeinden. Etwa 80 Prozent der Kinder leben allerdings außerhalb des Dorfes. Iitate betreibt 12 Busse, um die Schüler zur Schule zu fahren. Auch hier stehen Materialien, Uniformen und Sportbekleidung kostenfrei zur Verfügung. Das Dorf Katsurao mit seinen 1.400 Einwohnern übernimmt ebenfalls alle Bildungskosten für die 18 Schüler, die noch zwei Schulen besuchen. Darüber hinaus erhalten die im Dorf lebenden Familien mit Kindern unter 15 Jahren 20.000 Yen (157 Euro) Zuschuss für jedes Kind. Selbst diese Maßnahmen reichen allerdings nicht, um die Anzahl der Schüler merkbar zu steigern.

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