• Japan News
  • Kazé Anime Nights
Anzeige
Home News Schulen in Kobe veranstalten trotz Warnung weiter gefährliche Menschenpyramiden

Schulen in Kobe veranstalten trotz Warnung weiter gefährliche Menschenpyramiden

Bürgermeister der Stadt bittet um ein Verbot

Japans Schulen veranstalten jährlich im Herbst ein Sportfestival für Schüler und Eltern. Schulen in Kobe haben ein besonderes Highlight als Teil ihres Sporttags. Sie bauen riesige Menschenpyramiden, die jedoch nicht ganz ungefährlich sind. Trotz offiziellen Warnungen gibt es jedoch weiterhin die traditionelle Menschenpyramide.

Die Formation ist eine der bekanntesten in der Gymnastik. Schüler knien sich hin und auf jeweils zwei Personen kniet sich dann die nächste Reihe, wie bei einem Kartenhaus. Bei den Pyramiden an der Schule geht es dabei vor allem darum, das Gebilde möglichst hoch zu bauen. Bis zu zehn Etagen kann das ganze hoch werden. Bei der Höhe ist allerdings ein Sturz wirklich gefährlich. Zusätzlich könnten die unteren Schüler bei einem Zusammensturz regelrecht zerquetscht werden. Sicherheitsmaßnahmen gibt es in den meisten Fällen nicht.

Schulbehörde ignoriert die Gefahr

Dass das nicht übertrieben ist, zeigte eine Pyramide in Osaka 2015. Bei zehn Etagen stürzte das Konstrukt ein und sechs Kinder verletzten sich dabei, eins davon sogar mit einem Knochenbruch. Letztes Jahr gab es 51 Verletzte wegen der Formation und in den letzten drei Jahren gab es 123 Knochenbrüche.

Mehr zum Thema:
Japanische Schule entschuldigt sich für die Behandlung des Trolley Problems

Um dieses Jahr zum Sporttag im Oktober solche Vorfälle zu verhindern, gab es von Bürgermeister Kizo Hisamoto am 2. August eine Bitte: Er bat die Schulbehörde von Kobe, die Menschenpyramide zu verbieten. Es gab jedoch keine Reaktion, weswegen Hisamoto am 9. September direkt auf Twitter Lehrer und Schulleiter bat, mit dem Event aufzuhören. Zu dem Zeitpunkt gab es bereits drei Knochenbrüche wegen der Formation bei Herbstsportfesten.

Bis zum Oktober gab es jedoch ebenfalls kaum Beachtung. Nur 20 Schulen beschlossen die Pyramiden zu verbieten. Die Restlichen argumentierten, dass die Schüler schon mit dem Üben begonnen hatten. Aus dem Grund greifen einige nun zu schweren Geschützen.

Eltern sollen bei Verletzungen klagen

Rechtswissenschaftler Yasutaka Machimura sieht in der Übung etwas Gefährliches und vor allem illegales. In Bezug auf das Strafgesetzbuch ist das als berufliche Fahrlässigkeit mit Verletzungs- und Todesfolge auszulegen. Schulen bringen die Kinder nämlich wissentlich dazu, an gefährlichen und hindernden Aktivitäten teilzunehmen. Im Prinzip können Eltern deswegen bei Verletzungen klagen.

Online stimmten viele Menschen einem Verbot zu und rufen Eltern auf, sich gegen die Menschenpyramide zu wehren. Es sei nur eine Frage der Zeit, bis sich jemand ernsthaft verletzt oder sogar stirbt. Selbst dann bezweifeln jedoch einige, dass es zu einem kompletten Verbot kommt. Vermutlich würden nur rechtliche Konsequenzen dazu führen, dass Schulen aufhören Kinder zu zwingen sich Meterhoch zu stapeln, nur damit sie sich dann die Knochen brechen.

HK

Anzeige
Anzeige

Rolling Sushi - der Japan-Podcast

Rolling Sushi - Japan für die Ohren

Japan erleben

Korea erleben

Cookie-Einstellung

Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und Werbung einblenden zu können,verwenden wir Cookies. Datenschutz | Impressum

Treffen Sie eine Auswahl um fortzufahren

Ihre Auswahl wurde gespeichert!

Hilfe

Hilfe

Um fortfahren zu können, müssen Sie eine Cookie-Auswahl treffen. Nachfolgend erhalten Sie eine Erläuterung der verschiedenen Optionen und ihrer Bedeutung.

  • Alle Cookies zulassen:
    Jedes Cookie wie z.B. Tracking- und Analytische-Cookies.

Sie können Ihre Cookie-Einstellung jederzeit hier ändern: Datenschutz.

Zurück