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Schweinepest in Gifu lässt verzweifelte Bauern und eine sterbende Branche zurück

Mehr als die Hälfte aller Schweine in der Region sind schon tot

Seit letztem Jahr wütet in der japanischen Präfektur Gifu die Schweinepest. Schon auf zahlreichen Höfen musste die Regierung wegen der Krankheit Hunderte Schweine töten. Landwirte beschweren sich mittlerweile bei der Regierung, weil sie die aktuellen Maßnahmen als ineffektiv und lächerlich einstufen.

Seit dem ersten Fall am 9. September 2018 mussten um die 60.000 Schweine in 12 Städten in Gifu im Rahmen der Antiausbreitungsmaßnahmen sterben. Sobald ein Fall auf einem Hof bekannt wird, lässt die Regierung alle Tiere töten, aus Angst vor weiteren Ansteckungen. Die Landwirte selbst versuchten das zu vermeiden und so viele Maßnahmen gegen die Krankheit wie möglich umzusetzen.

Impfungen sind die Lösung, die jedoch nicht kommen

Viel gebracht hat es allerdings nicht, denn am 5. September dieses Jahres gab es einen weiteren Fall der Krankheit in der Region. Aus diesem Grund werden mittlerweile die Forderungen nach Impfungen immer lauter. Laut Beamten sind sie dringend notwendig, um die restlichen Tiere zu retten. Die Zentralregierung weigert sich allerdings sehr zum Ärger der Landwirte und Präfekturarbeiter. 16.000 Präfekturarbeiter waren bis jetzt an den Keulungen beteiligt und fordern gleichermaßen eine schnelle Impfung.

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Tokyo befürchtet jedoch, die Impfungen würden zu einem schlechten Ruf von Schweinefleisch aus Gifu führen und den Export negativ beeinflussen. Zusätzlich denken sie, dass die Hygiene bei den Höfen nachlässt. Die Bauern glauben jedoch, dass alle Schweine aus Gifu verschwinden, wenn die Regierung nicht allmählich zu den Impfungen greift. Für die Landwirte bedeutet die Diagnose Schweinepest das Ende ihrer Existenz.

Während die Forderungen der Bauern bei der Zentralregierung auf taube Ohren stoßen, zeigt sich der Gouverneur von Gifu betroffen. Hajime Furuta ist gleichzeitig der Generaldirektor der Präfektur Taskforce für die Epidemie-Prävention von Nutztieren und sagte, es mache ihn traurig zu hören, dass mittlerweile so viele Schweine tot sind. Um die 40 Sitzungen hielt seine Taskforce ab, um das Problem seit dem Ausbruch zu bekämpfen.

Als Gegenmaßnahme baten sie die Bauern unter anderem, die Verwaltungsstandards für die Tierhygiene einzuhalten. Mit Netzen versuchten daraufhin Bauern, Vögel fernzuhalten und Schweine mithilfe von Limetten auf dem Boden zu sterilisieren. Trotzdem half all das nicht und es gab weitere Ausbrüche.

Wildschweine sind die Hauptüberträger

So einen Albtraum erlebte der 56-jährige Bauer Shingo Kanematsu aus Seki. Ausgerechnet zu Weihnachten 2018 erhielt er die Nachricht, dass bei ihm die Schweinepest ausgebrochen ist. Als Reaktion mussten alle seine 8.000 Schweine durch die Seuchenbekämpfung sterben. Ein komplett neuer Stall kostet ihn alleine schon 210.000 Euro. Wie er seine Schweinefarm wieder aufbauen soll, weiß er jedoch immer noch nicht.

Kanematsu ist ausgebildeter Tierarzt. Er legte auf dem Hof seines Vaters sehr viel Wert auf Hygiene und nutzte die modernsten Maschinen. Aus diesem Grund fragt er sich noch heute, warum seine Schweine krank wurden. Laut der Regierung soll eine sorgfältige Hygiene die einzige effektive Möglichkeit sein, die Krankheit fernzuhalten. Kanematsu ist der Beweis, dass die Maßnahmen mehr oder weniger nutzlos sind.

Lächerliche Gegenmaßnahmen

Wie schwierig es ist, die Hygieneanforderungen hochzuhalten, zeigte eine Beschwerde an Kanematsu. Anfang 2019 baten ihn sämtliche Vorstände der Nachbarschaftsverbände, seinen Hof weg von den Menschen zu verlegen, da der Geruch und andere Dinge ihnen Probleme machen. Viele Bauern legen ihren Bauernhof schon vorab an Wälder, weit weg von Menschen, um solche Beschwerden zu vermeiden. Allerdings steigt so deutlich die Gefahr von Infektionen, da in den Gebieten Wildschweine heimisch sind, die die Krankheit übertragen.

Wildschweine gelten zwar als Hauptüberträger, eine Untersuchung des Landwirtschaftsministeriums geht jedoch davon aus, dass Ratten und Fliegen ebenfalls die Viren übertragen. Farmer sollen deswegen mit Klebfolien Fliegen fernhalten und mit Gift Nager töten. Eine lächerliche Maßnahme, wie die Betroffen finden, denn wie sollen sie schließlich alle Fliegen beseitigen?

Die Hoffnung schwindet bei den Schweinezüchtern allmählich, während die Sorge wächst. Ein Bauer erklärte, dass es fast so ist, als wolle die Regierung, dass alle Schweine aus Gifu verschwinden. Wenn sich demnächst nicht etwas ändert, ist das vermutlich bald sogar die Realität in der Präfektur.

Quelle: TAS

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