Sehbehinderte fordern nach Überschwemmungen bessere Evakuierungspläne

Der Rekordregen letzten Monat im Westen Japans zeigte, dass einige Orte nicht ausreichende Evakuierungsmaßnahmen haben. Vorwürfe gibt es jetzt allerdings von Sehbehinderten und Blinden, die teilweise nicht vor dem Unwetter fliehen konnten, obwohl sie wollten. Sie fordern deswegen besser Evakuierungspläne, die sie mit einschließen.

Auf eine Umfrage von Kyodo News meldeten sich zehn Organisationen im Katastrophengebiet, die sich für Sehbehinderte einsetzen. Von 1.410 registrierten Personen befanden sich nur sechs in Evakuierungszentren. Eine erschreckende Zahl, wie viele finden. Während einige Mitglieder der Organisation angaben, dass sie absichtlich nicht flüchteten, gaben andere an, dass es für sie schwer ist, alleine zu evakuieren. Vor allem wenn es in der Umgebung bereits zu Erdrutschen oder Überschwemmungen kommt, ist es für sie fast unmöglich eine Notunterkunft aufzusuchen.

Die 58-jährige Sachie Shimizu aus Kure, Hiroshima blieb mit ihrer ebenfalls sehbehinderten Schwester und ihrer bettlägerigen Mutter zu Hause. Sie sagte, dass wenn sie stirbt, dann zu Hause. Als das Wasser kam, flüchtete sie mit ihrer Schwester in den zweiten Stock. Ihre Mutter mussten sie im ersten Stock zurücklassen. In der Nacht ging Sachie nach ihr schauen und benutzte einen Regenschirm, um zu testen, ob schon Wasser in der Etage ist. Alle drei Frauen überlebten die Flut.

Einige sind besorgt, dass sie den Menschen zur Last fallen

Diejenigen, die doch in die Notunterkünfte flüchteten, sagten, dass sie vor Ort ebenfalls Probleme hatten. Sie kannten die Umgebung nicht, waren alleine und fanden sich schlecht zurecht. Viele sind zusätzlich unsicher, ob andere Menschen ihnen in Zeiten einer Katastrophe helfen und zögern deswegen zu evakuieren. Andere bekommen gesagt, dass sie lieber auf Hilfe warten sollen oder bleiben zu Hause, aus Angst eine Belastung zu sein.

Experten fordern deswegen, dass die Gemeinden und Organisationen für Evakuierungspläne zusammenarbeiten. Allgemein sollten sie bessere Pläne erstellen, die ältere und eingeschränkte Menschen vor Evakuierungsgutachten und Anweisungen evakuieren. Alternativ wären sichere Schutzmöglichkeiten in den Häusern, falls eine Evakuierung bereits zu gefährlich ist.

Dass die Evakuierungen während der Katastrophe allgemein unzureichend waren, zeigen Daten aus Hiroshima. Nur 0,3 Prozent der zur Evakuierung aufgeforderten Menschen suchten wirklich Schutz. Eine Besorgnis erregende Zahl, wenn bedacht wird, dass die Präfektur am stärksten unter dem Regen litt. Insgesamt starben während des Rekordregens 226 Menschen und zahlreiche Menschen verloren ihr Zuhause.

Quelle: Kyodo News

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